2008.09.09 Neuss : EM-Titel für Lurz, Silber für Kamrau-Corestein

Bei der EM der Langstreckenschwimmer im kroatischen Dubrovnik gewann Thomas Lurz den Titel über 10km. Britta Kamrau-Corestein belegte über 5km dagegen nur den zweiten Platz.

pk
Thomas Lurz gewinnt bei der EM den Titel über 10km

Mit einem kompletten Medaillensatz für Deutschland - Gold für Thomas Lurz, Silber für Britta Kamrau-Corestein und nachträgliches Bronze für Toni Franz - endete der erste Tag der EM der Langstreckenschwimer. Drei Wochen nach seinem dritten Platz bei der Olympia-Premiere in Peking hat der nimmermüde Lurz in Dubrovnik seinen EM-Titel über 10km erfolgreich verteidigt. Kamrau rehabilitierte sich mit Platz zwei über die halbe Distanz etwas für die verpasste Olympia-Teilnahme.

"Es war sehr schwierig, sich nach Peking noch einmal zu motivieren. Aber diesen Start war ich dem Deutschen Schwimm-Verband auch schuldig", meinte Lurz: "Und ein Titel ist immer schön."

Die Taktik des erfolgreichsten Langstreckenschwimmers aller Zeiten ging auf. Der Würzburger sparte zunächst Kraft und sorgte mit einem langen Schlussspurt für die Entscheidung. In 1:52:48,9 Stunden verwies der 28-Jährige den Russen Jewgeni Drattsew (1:52:50, 6) sowie den Leipziger Toni Franz (1:52:53,0) auf die Plätze zwei und drei. Franz profitierte dabei von der Auswertung der Zielfotografie, nachdem er per Zeitmessung zunächst eine Zehntel hinter dem Israeli Michael Dmitriev gelegen hatte.

Olympiasieger van der Weiijden nicht angetreten

Für Lurz, der am Mittwoch auch über 5km seinen Gold-Coup von Ungarn wiederholen will, war die Olympia-Revanche trotz des Erfolges jedoch ins Wasser gefallen. Sowohl Olympiasieger Maarten van der Weijden (Niederlande) als auch der Peking-Zweite David Davies (Großbritannien) hatten auf einen Start in Kroatien verzichtet.

Endlich wieder lachen konnte Britta Kamrau-Corestein. "Dieses Erfolgserlebnis tut gut", sagte die 29 Jahre alte Juristin nach Platz zwei. Zuvor musste Kamrau kräftig zittern, doch die letzten drei Konkurrentinnen konnten sie über die 5-km-Strecke, die erstmals bei einer EM als Verfolgungsrennen bewältigt werden musste, nicht mehr von Platz zwei verdrängen. "Dieses Warten im Ziel war extrem nervenaufreibend", sagte Kamrau, die diesmal aber allen Grund zum Strahlen hatte: "Es hat Spaß gemacht, es ist ja gut ausgegangen."

"Zugpferd" Nadine Pastor

In 59:16,1 Minuten musste sich Kamrau nur der Italienerin Rachele Bruni (58:50,7) geschlagen geben. Dabei profitierte Kamrau bei ihrem ersten Verfolgungsrennen auch von "Zugpferd" Nadine Pastor. "Ich hatte nach der Hälfte der Strecke zu Nadine aufgeschlossen. Danach hat sie mir geholfen, damit ich mein Tempo halten kann", meinte Kamrau und bedankte sich bei ihrer deutschen Teamkollegin aus Mainz.

Während sich die Italienerin Alice Franco (59:39,0) Bronze sicherte, rundeten Pastor als Fünfte (1:00:11,5) und Cathleen Rund aus Wiesbaden auf Rang acht (1:01:21,4) das gute Ergebnis für den DSV ab. Die Mainzer Olympia-Vierte und Doppel-Europameisterin Angela Maurer hatte drei Wochen nach Peking ebenso auf einen Start in Kroatien verzichtet wie Olympiasiegerin Larissa Iltschenko aus Russland.

Kamrau will sich in Kroatien hingegen weiter rehabilitieren. Auch über 10km am Mittwoch, in der Mannschaftsverfolgung über 5km am Donnerstag sowie zum Abschluss am Sonntag über die 25-km-Strecke, über die sie 2007 in Melbourne WM-Gold gewonnen hatte, gehört sie zu den Medaillenkandidatinnen.