2008.09.09 Neuss : Tasci und Westermann gegen Finnland erste Wahl

"Serdar und Heiko haben sehr gut gespielt", sagte Bundestrainer Löw. Darum bilden der Stuttgarter Tasci und der Schalker Westermann auch in Finnland die deutsche Innenverteidigung.

mfr
Serdar Tasci und Heiko Westermann

In der Innenverteidigung der deutschen Nationalmannschaft beginnt das Rennen um die Plätze, und Heiko Westermann und Serdar Tasci stehen auf der Pole Position: Für Bundestrainer Joachim Löw sind der Schalker und der Stuttgarter vor dem zweiten WM-Qualifikationsspiel am Mittwoch (19.35 Uhr/live im ZDF) gegen Finnland in Helsinki nicht nur wegen der Verletzung von Per Mertesacker und der Formschwäche von Christoph Metzelder derzeit erste Wahl.

"Es ist wichtig, dass junge Spieler nachkommen."

"In den ersten beiden Länderspielen der neuen Saison gegen Belgien und Liechtenstein haben Serdar und Heiko sehr gut gespielt. Zudem wollten wir nach der EM Alternativen in der Innenverteidigung aufbauen. Es ist wichtig, dass junge Spieler nachkommen", sagte Löw vor dem dritten gemeinsamen Spiel der beiden gegen Finnland.

Metzelder ist zurzeit nur nur Ersatz. Die Lorbeeren vergangener Tage zählen nicht mehr, Löw will strikt nach dem Leistungsprinzip gehen. Dennoch zeigte der 48-Jährige dem Ex-Dortmunder, der bei der EM schwach spielte und bei Real Madrid nur auf der Bank sitzt, mit Blick auf die WM in Südafrika eine Perspektive auf. "Im Moment ist er nur zweite Wahl. Aber Christoph ist weiterhin eine absolute Führungspersönlichkeit bei uns. Er kann führen, auch wenn er nicht spielt", meinte Löw.

Sportlich sieht Metzelder gegen Westermann und Tasci, die in ihren Klubs Stammspieler sind, aktuell kein Land. Sowohl beim 2:0 gegen Belgien in Nürnberg als auch beim 6:0 in Liechtenstein stand die neue deutsche Innenverteidigung derart sicher, dass sich Torwart Robert Enke im Rennen um die Nummer eins im deutschen Tor nicht auszeichnen konnte.

"Es war eine sensationelle Erfahrung, die EM auf der Bank mitzunehmen."

"Bislang lief es richtig gut. Ich denke, das Zusammenspiel mit Serdar passt. Ich habe seit der EM absolut einen Schritt nach vorne gemacht", sagte der 25-jährige Westermann, der wie auch Piotr Trochowski bei der EURO 2008 keine Minute zum Einsatz kam. Doch im Gegensatz zu Trochwoski hielt sich die Enttäuschung über die Bankdrücker-Rolle bei Westermann in Grenzen: "Es war eine sensationelle Erfahrung, die EM auf der Bank mitzunehmen. Das hat mich stärker gemacht."

Zuletzt hegte Westermann Bedenken, weil er unter Schalkes neuem Trainer Fred Rutten auf allen möglichen Positionen eingesetzt wurde. Zwar spielte Westermann auch als Außenverteidiger oder im Mittelfeld so gut wie fehlerfrei und erzielte gleich zum Saisonstart zwei Tore. Doch dass Löw auf ihn in der Abwehrzentrale baut, macht ihn glücklich. "Ich bin wirklich froh, dass mich der Bundestrainer in der Innenverteidigung aufbietet", sagte Westermann, der mit einem Kopfball gegen Liechtenstein im fünften Länderspiel sein erstes Tor erzielte.

Tasci problemlos integriert

Ebenso stark wie Westermann präsentierte sich VfB-Verteidiger Tasci in seinen ersten beiden Länderspielen für die DFB-Auswahl. Nach mehreren Verletzungsproblemen in der vergangenen Saison und der verpassten EM im Sommer integrierte sich der Deutsch-Türke beim Vize-Europameister problemlos. Der 21-Jährige verfügt über ein sehr gutes Stellungsspiel und geht seine Aufgaben zudem immer unaufgeregt an.

"In den beiden ersten Länderspielen gegen Belgien und in Liechtenstein habe ich gezeigt, dass ich zum Team gehöre. Ich bin angekommen", sagte Tasci, der sich gute Chancen auf einen Stammplatz ausrechnet: "Der Trainer hat gesagt, dass das Leistungsprinzip zählt. Damit sind die Karten neu verteilt.'