2008.09.10 Neuss : "Eisenfuß" Horst-Dieter Höttges wird 65

Horst-Dieter Höttges feiert heute seinen 65. Geburtstag. Der Weltmeister von 1974 bestritt in seiner Laufbahn 420 Spiele für Werder Bremen: "Mit mir steigt Werder nicht ab."

are1
Horst-Dieter Höttges (m.) in seinem letzten Länderspiel

Horst-Dieter Höttges war schon immer ein Mann, der sein Wort hielt. "Mit mir steigt Werder nicht ab", versprach er stets, und auch als Mittdreißiger machte der "Eisenfuß" seinem Spitznamen alle Ehre und kämpfte jahrelang erfolgreich um den Klassenerhalt der Hanseaten. Ein Jahr nach seinem Rücktritt 1979 war es dann um die Grün-Weißen tatsächlich geschehen, sie mussten zum ersten und bislang einzigen Mal die Bundesliga verlassen.

420 Bundesligaspiele für Werder Bremen

Ärmel aufkrempeln, gegenhalten - mit diesen Tugenden brachte es der kompromisslose Abwehrspieler, der heute seinen 65. Geburtstag feiert, auf 66 Länderspiele. Bei seinen drei WM-Teilnahmen gewann er mit der Nationalelf den Titel bei der Heim-WM 1974, der seine Bilanz ebenso ziert wie der Europameistertitel 1972. Mit 420 Bundesliga-Einsätzen steht er bis heute an der Spitze aller Bremer Feldspieler. Da scheint es verständlich, dass er mit der heutigen Spielergeneration nicht tauschen mag: "Sie stehen immer mehr in der Öffentlichkeit und haben es schwer, sich auf den Fußball zu konzentrieren."

Dies, so glaubt Höttges sich zu erinnern, war zu seiner besten Zeit weitaus leichter. "Niemand fühlte sich als Star oder versuchte, sich aus der Mannschaft hervorzuheben. Er herrschte ein ungeheurer Zusammenhalt", sagt Höttges, der trotz etlicher Kilogramm mehr auf den Rippen hin und wieder noch den Tennisplatz betritt.

Wegen dieser Kameradschaft ist für das Werder-Ehrenmitglied die deutsche Meisterschaft des Jahres 1965 auch der größte persönliche Erfolg, noch vor allen internationalen Titeln: "Gleich in meiner ersten Saison in Bremen diesen Erfolg zu feiern, hat den prägendsten Eindruck hinterlassen."

"Er ging keinem Zweikampf aus dem Weg, kämpfte aber immer mit offenem Visier"

Seine langjährigen Bundesliga-Gegenspieler, in der Nationalmannschaft Teamkollegen, haben den kompromisslosen Höttges ebenfalls noch nicht vergessen und blicken voller Respekt zurück. "Er ging keinem Zweikampf aus dem Weg, kämpfte aber immer mit offenem Visier", sagt Nationalmannschafts-Ehrenspielführer Uwe Seeler vom Nordrivalen Hamburger SV. Bayern-Torjäger Gerd Müller ergänzt: "Er war einer der unangenehmsten Gegenspieler, gegen die ich antreten musste."

Vom Fußball und von Werder Bremen kann Höttges bis heute nicht lassen, regelmäßig verfolgt der gebürtige Mönchengladbacher die Heimspiele im Weserstadion. Dass er der Hansestadt trotz lukrativer Angebote vom HSV, aus Stuttgart und sogar aus den USA treu geblieben ist, hat er bis heute nicht bereut: "Werder hat immer sein Wort gehalten."