2008.09.11 Neuss : Brasilien bleibt gegen Bolivien blass

Der fünfmalige Weltmeister Brasilien ist in der WM-Qualifikation gegen Bolivien nicht über ein 0:0 hinaus gekommen. Auch Argentinien holte nur ein 1:1. Vorne zog Paraguay davon.

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Luis Fabiano (m.) setzt sich durch

Statt der erhofften Versöhnung mit den Fans wieder "Adeus, Dunga"-Rufe: Nur drei Tage nach dem glanzvollen 3:0 in Chile hatten Brasiliens Fußball-Asse bei der Nullnummer in der südamerikanischen WM-Qualifikation gegen Schlusslicht Bolivien einen kollektiven Aussetzer und setzten ihren Chefcoach Dunga einmal mehr Hohn und Spott aus.

"Wir haben nie unseren Rhythmus gefunden, und während Bolivien immer mehr an Selbstvertrauen gewann, lief bei uns am Ende alles durcheinander", sagte Regisseur Diego von Bundesligist Werder Bremen über die 90 trostlosen Minuten, in denen die "Selecao" nach der Herausstellung von Gästespieler Ignacio Garcia (53.) sogar lange in Überzahl agierte.

Paraguay schon vier Punkte vor den Verfolgern

Das Remis freute vor allem Spitzenreiter Paraguay, der am Tag zuvor mit dem 2:0 gegen Venezuela auf 17 Punkte davongezogen war. Wie Brasilien konnte auch Argentinien (beide 13) nach dem 1:1 (0:0) in Peru die Lücke zu den Albirrojas nicht weiter schließen. Zu Südamerikas Giganten schloss Chile (13) durch ein 4:0 (2:0) gegen Kolumbien auf, Uruguay (12) patzte dagegen mit einem 0:0 gegen Ecuador.

Die Fans am Zuckerhut zeigten den "Selecao"-Stars schon vor dem Anpfiff gegen Bolivien die kalte Schulter. Nur offiziell 31.422 zählende Gäste füllten das Engenhao-Stadion in Rio de Janeiro zu zwei Drittel und sorgten für den drittschlechtesten Besuch bei WM-Qualifikationsspielen in Brasilien. "Normalerweise hätte die Hütte voll sein müssen. Das müssen wir genau analysieren", versprach Dunga.

Der 44-Jährige war auch vom Auftritt seiner Auserwählten enttäuscht. "Wir konnten nicht an das Spiel in Chile anknüpfen, haben nicht schnell genug gespielt, die Außen nicht eingesetzt", klagte der vor zwei Jahre ins Amt gehobene Coach, der sich bei den Auswechslungen vom Publikum als "Esel" beschimpfen lassen musste. Neben Diego durften die Bundesliga-Akteure Lucio (Bayern München) und Josue (VfL Wolfsburg) durchspielen.

Peru gleicht in der Nachspielzeit aus

In Argentinien wird die Luft für Trainer Alfio Basile nach dem fünften Spiel in Folge ohne Sieg dünner. Zwar hatte Esteban Cambiasso die schwach aufspielenden Gauchos mit dem Münchner Martin Demichelis in der 83. Minute in Führung gebracht, doch Peru mit dem Schalker Carlos Zambrano im Abwehrzentrum glich durch Johan Fano in der Nachspielzeit aus.

In Santiago de Chile rehabilitierten sich die Gastgeber, angefeuert von 50.000 Fans, für die Pleite gegen Brasilien und schickten das nun vier Spiele sieglose Kolumbien durch Tore von Gonzalo Jara (26.), Humberto Souza (39.), Ismael Fuentes (49.) und Matias Fernandez (70.) nach Hause. Der Leverkusener Arturo Vidal krönte seine gute Leistung mit der Vorlage zum vierten Treffer.

Mainzer Borja bei Ecuador eingewechselt

In Montevideo verwöhnten Uruguay und Ecuador die 40.000 Zuschauer im Centenario-Stadion dagegen nicht mit Toren. Die "Urus", bei denen der Schalker Vicente Sanchez nicht eingesetzt wurde, sind nun vier Spiele ohne Niederlage, kamen aber zum dritten Mal daheim nicht über ein Remis hinaus. Ecuador, für das der Mainzer Zweitligaspieler Felix Borja kurz vor Schluss ins Spiel kam, ist gar fünf Partien ungeschlagen.

Im Kampf um die vier WM-Direkttickets und einen weiteren Südafrika-Startplatz über das Play-off-Spiel gegen einen CONCACAF-Vertreter steht am 11. und 14. Oktober die nächste Doppelrunde auf dem Programm. Während Paraguay in Kolumbien und Brasilien in Venezuela auswärts antreten, erwartet Argentinien Uruguay zum Klassiker.