2008.09.12 Neuss : Weltmeister Räikkönen beflügelt auf Rang eins

Nach dem durch Regen verzerrten Ergebnis des ersten Freien Trainings für den Großen Preis von Italien, rückte Weltmeister Kimi Räikkönen die Verhältnisse im zweiten Teil zurecht.

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Kimi Räikkönen glänzte im Freien Training

Erst unterschrieb Weltmeister Kimi Räikkönen einen neuen Vertrag bis Ende 2010, dann raste der Ferrari-Pilot unter dem Jubel der Tifosi zur Trainingsbestzeit beim Großen Preis von Italien. An einem verrückten Freitag in Monza, an dem einem Wolkenbruch und überfluteten Boxen strahlender Sonnenschein folgte, landeten die im Kampf um ein BMW-Cockpit für 2009 verwickelten Robert Kubica und Nick Heidfeld dahinter auf den Plätzen.

"Das war ein ziemlich guter Tag für mich", meinte Räikkönen grinsend. Wenige Minuten vor dem Beginn der zweiten Trainingseinheit hatte sein Arbeitgeber die vorzeitige Verlängerung des ursprünglich bis Ende 2009 laufenden Kontraktes mit dem zuletzt in die Kritik geratenen "Iceman" verkündet. Nach dem Ende der Rücktritts-Gerüchte fuhr der Finne im Test für das Rennen am Sonntag (14 Uhr MESZ/live in Premiere und RTL) anschließend in 1:23,861 Minuten zur schnellsten Runde. Der Pole Kubica (1:23,931) und 16 Tausendstel dahinter Nick Heidfeld (1:23,947) untermauerten aber ihre Siegambitionen.

Unterstützung für Heidfeld

"Die Rundenzeiten waren nicht schlecht und die Balance war noch nicht mal so gut wie beim Test", erklärte Heidfeld: "Es wird bei mir besser und besser, und nach vier zweiten Plätzen in diesem Jahr wäre ein Sieg schön." BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen hatte dem 31-Jährigen zuvor am Morgen nach den Spekulationen um eine Verpflichtung des zweimaligen Weltmeisters Fernando Alonso (Spanien) den Rücken gestärkt. Meldungen über die angeblich für Montag vorgesehene Präsentation der beiden Piloten für 2009 seien falsch: "Wir haben die Entscheidung über die Fahrer noch nicht getroffen."

Heftige Kritik gab es dagegen an Kubica, der nach seinem Angriff ("Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier in Zukunft die Möglichkeit bekomme, um die Meisterschaft zu kämpfen") sogar um seinen Job für 2009 zittern muss. Theissen kündigte ein Gespräch an und schloss sogar eine Strafe für den Polen nicht aus.

Beide BMW waren schneller als der McLaren-Mercedes von WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton (Großbritannien/1:23,983) auf Platz vier. "Nachdem hier heute morgen Überflutungszustand herrschte, war unser Nachmittag umso besser. Wir waren schnell und konstant - das sah schon gut aus", meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug trotzdem.

Sutil überrascht als Neunter

Nico Rosberg (Wiesbaden/1:24,110) landete im Williams hinter Hamilton auf Position fünf. Adrian Sutil (Gräfelfing/1:24,669) wurde bei Sonnenschein im Force India starker Neunter vor Sebastian Vettel (Heppenheim/1:24,773) im Toro Rosso. In der ersten Trainingseinheit, die wegen eines Wolkenbruchs fünf Minuten vor dem Ende gestoppt wurde, hatte Sutil sogar sensationell die Bestzeit markiert. Die Mechaniker kämpften mit Besen gegen eine Überschwemmung in den Boxen.

Auch bei der Qualifikation am Samstag und am Rennsonntag sind mit 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit starke Regenfälle vorhergesagt. Keine gute Nachricht für Kimi Räikkönen im Ferrari: "Im Regen verlieren wir Performance, daher wäre es besser, wenn es nicht regnen würde." Wenn es mit dem anvisierten Ferrari-Heimsieg nichts wird, bleibt dem 28-Jährigen immerhin ein kleiner Trost - für seine Vertragsverlängerung soll er pro Jahr 25 Millionen Euro kassieren.