2008.09.16 Neuss : Berlin will gegen irische Außenseiter vorlegen

Hertha BSC Berlin steigt heute um 18.00 Uhr in den UEFA-Cup ein und hofft gegen den irischen Vizemeister St. Patrick's Athletic aktive Frustbewältigung betreiben zu können.

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Marko Pantelic will heute mit Berlin die Grundlage schaffen

Zwar geht Hertha BSC Berlin als Favorit in das heutige Spiel, aber dennoch brodelt es ganz gewaltig bei der "alten Dame". Die launische Diva Marko Pantelic droht bockig mit einer Wiederholungstat, Manager Dieter Hoeneß fordert dagegen aktive Frustbewältigung. Und das ausgerechnet vor dem UEFA-Cup-Auftakt gegen den siebenfachen irischen Meister St. Patrick's Athletic (18.00 Uhr, live im DSF).

Nachdem sich Pantelic am Samstag gegen den VfL Wolfsburg (2:2) eigenmächtig zum Elfmeterschützen erklärt und prompt zum vierten Mal in Folge einen Strafstoß vergeben hatte, zeigte sich der exzentrische Stürmer vor dem Hinspiel gegen den irischen Vizemeister uneinsichtig.

Keine Entschuldigung für "Elfmeter-Klau"

"Warum sollte ich mich entschuldigen?", sagte der serbische Nationalspieler trotzig nach seinem "Elfmeter-Klau" und erklärte stattdessen, in Zukunft weiter Elfer zu schießen - vielleicht schon gegen St. Patrick's: "Wir werden sehen, wer das nächste Mal antritt. Ein italienisches Sprichwort sagt: "Du bist kein Tiger, wenn Du keine Eier hast", meinte Pantelic, der am Montag seinen 30. Geburtstag feierte.

Die Berliner Verantwortlichen versuchten dagegen, die aufkommende Unruhe im Keim zu ersticken und gaben sich im Wissen um den sportlichen Wert ihres Torjägers betont zurückhaltend. "Das Thema ist für uns erledigt. Wir sollten die Diskussion auch im Sinne der Mannschaft möglichst beenden", sagte Hoeneß, forderte aber zugleich das Spiel gegen die Iren zu nutzen, "um gewisse Frustsituationen vom Samstag wegzuspielen. Wir wollen die Gruppenphase erreichen und uns dafür eine gute Ausgangsposition schaffen." Der Manager hatte indes bereits am Wochenende klargestellt: "Marko wird keine Elfmeter mehr schießen."

Favre warnt vor kampfstarken Iren

Hertha-Trainer Lucien Favre, der am Sonntag Pantelic zum internen Rapport bestellt hatte, wollte ebenfalls nicht mehr über seinen Stürmerstar sprechen. Stattdessen warnte der Coach vor dem Gegner. "Sie sind läuferisch und kämpferisch sehr stark. Wenn wir nur 80 Prozent bringen, werden wir eine böse Überraschung erleben", meinte der Schweizer. Immerhin hätte der Tabellenzweite der irischen Liga in Elfsborg den Zweiten der schwedischen Liga ausgeschaltet.

Gegen den Klub aus dem Stadtteil Inchicor der irischen Hauptstadt Dublin muss Favre auf Mittelfeldspieler Patrick Ebert verzichten. Neben dem 21-Jährigen, der an Leistenproblemen laboriert, fehlen Lennart Hartmann (ebenfalls Leistenprobleme) sowie die Langzeitverletzten Lucio, Christian Fiedler (beide Kreuzbandriss) und Amine Chermiti (Innenbandriss im Knie). Fraglich ist zudem der Einsatz von Offensivspieler Raffael, weil dessen Ehefrau kurz vor der Geburt ihres Kindes steht.