2008.09.17 Neuss : Holzhäuser kritisiert die DFL

Wolfgang Holzhäuser hat die Kommunikationspolitik der Deutschen Fußball-Liga (DFL) kritisiert. Es geht vor allem um das Ende der Partnerschaft mit der Sportrechteagentur Sirius.

mfr
Wolfgang Holzhäuser

Der Geschäftsführer des Bundesligisten Bayer Leverkusen, Wolfgang Holzhäuser, hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) wegen ihrer Kommunikationspolitik in Zusammenhang mit dem bevorstehenden Ende der Partnerschaft mit der Sportrechteagentur Sirius von Medienmogul Leo Kirch kritisiert. "Was mir nicht gefällt, ist, dass man als Vereinsverantwortlicher keine Möglichkeit hat, über diese Dinge intern zu berichten. Zumal ich weiß, dass mit einem Kreis von Journalisten vor einigen Wochen intensive Gespräche geführt und dabei Hintergrundinformationen weitergegeben wurden, von denen wir scheinbar nichts wissen", sagte Holzhäuser im Interview mit der Frankfurter Rundschau (Donnerstags-Ausgabe).

Holzhäuser beklagte zudem, dass die DFL im Gegensatz zu ihrer Ankündigung keine weiteren Alternativen zur TV-Ausschreibung vorgelegt habe. "In der Tat hat die DFL angekündigt, bis zum 30. Juni spätestens Alternativen vorzulegen. Dies ist, aus welchen Gründen auch immer, bisher nicht geschehen. Wir haben leider bis heute keine genauen Informationen darüber, was die DFL plant. Damit verbleibt bei denjenigen Vereinen, die diese Information nicht haben, ein differenziertes Gefühl", meinte Holzhäuser.

"Empfehlung" des Bundeskartellamts

Für die Vermarktung der Fußball-Bundesliga von 2009 bis 2015 sollten drei Milliarden Euro (im Schnitt 500 Millionen Euro pro Saison) von Sirius an die Profi-Klubs gezahlt werden. Nachdem jedoch das Bundeskartellamt die "Empfehlung" ausgesprochen hatte, die Zusammenfassung von den Samstagsspielen in der Fußball-Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen auch ab 2009 vor 20.00 Uhr auszustrahlen, war dem Deal quasi die Geschäftsgrundlage entzogen.

Sirius, das dem Pay-TV eigentlich mehr Exklusivität zusichern wollte und Bilder im Free-TV erst zu einem späteren Zeitpunkt am Samstagabend ausstrahlen wollte, könnte die Garantiesumme nicht mehr refinanzieren.