2008.09.18 Neuss : Doppelter Gomez bringt VfB in Warna auf Kurs

Der VfB Stuttgart hat Kurs auf die Gruppenphase im UEFA-Cup genommen. Bei Tscherno More Warna setzte sich der Bundesligist im Hinspiel dank zweier Gomez-Treffer mit 2:1 (0:1) durch.

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Doppeltorschütze Mario Gomez

Toptorjäger Mario Gomez hat den VfB Stuttgart vor einer Blamage im UEFA-Cup bewahrt und das Tor zur Gruppenphase weit aufgestoßen. Ein Doppelpack des Nationalspielers bescherte dem Bundesligisten im Hinspiel der ersten Hauptrunde beim bulgarischen Klub Tscherno More Warna ein 2:1 (0:1). Stuttgart hat vor dem Rückspiel am 2. Oktober im heimischen Stadion damit beste Aussichten auf das Weiterkommen.

Tanko Dyakow hatte den Achten der bulgarischen A-Liga gegen die in allen Belangen enttäuschenden Schwaben in Führung gebracht (42.). Gomez glückte per Abstauber in der 66. Minute zunächst der Ausgleich für den UEFA-Pokal-Finalisten von 1989 und erzielte neun Minuten vor dem Abpfiff sogar das Siegtor. Gomez war kurz zuvor noch ein Treffer wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung aberkannt worden.

Veh mit "dem Ergebnis zufrieden, mit dem Spiel aber nicht"

"Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, mit dem Spiel aber nicht. Erst mit der Systemumstellung und der Hereinnahme von Cacau wurde es dann besser. Wir haben aber davon profitiert, dass der Gegner in den letzten 20 Minuten müde wurde. Denn er ist vorher viel gelaufen - im Gegensatz zu uns", sagte VfB-Trainer Armin Veh.

2000 Zuschauer im Lewski-Stadion in der bulgarischen Hauptstadt Sofia sahen eine äußerst schwache erste Spielhälfte des VfB. An der peinlichen Vorstellung änderte sich nach dem Seitenwechsel zunächst nichts, bis Gomez' Tor die Stuttgarter Schlussoffensive gegen die konditionell abbauenden Kicker von der Schwarzmeerküste einläutete.

Der VfB war zunächst bemüht, die Ankündigung von Trainer Veh wahrzumachen, und "mit aller Macht in die Gruppenphase" zu kommen. Bereits nach zwei Minuten hatte Gomez die erste Möglichkeit, doch der Schuss des Nationalstürmers war zu schwach - Torwart Jewgeni Hmaruk hielt ohne Probleme. Wenig später war es erneut Gomez, der aus spitzem Winkel an Hmaruk scheiterte.

Alleinunterhalter Gomez hängt im Angriff in der Luft

Mehr war von der Schwaben-Offenive bis zur Pause aber nicht zu sehen. Gomez hing als Alleinunterhalter im Angriff in der Luft, das Sechser-Mittelfeld übte keinerlei Druck aus und im Aufbauspiel gab es Fehlpass auf Fehlpass. Das 1:0 für Warna war die logische Folge: Dyakow wurde von Serdar Tasci allein gelassen und köpfte unbedrängt ein. Im Gegenzug vergab Jan Simak nach Pass von Gomez den Ausgleich, Milen Petkow hätte noch vor dem Pausenpfiff auf 2:0 erhöhen müssen.

Trainer Veh reagierte auf die schwache Leistung seiner Truppe und brachte mit Cacau einen zweiten Angreifer sowie Roberto Hilbert für den enttäuschenden Ricardo Osorio. Doch am pomadigen Spiel der Gäste änderte das zunächst nichts. Es dauerte über eine Stunde, bis sich Stuttgart die erste Chance erkämpfte, die Gomez prompt zum 1:1 nutzte. Ein Querschläger war vor den Füßen des 23-Jährigen gelandet, und Gomez drückte den Ball aus halblinker Position über die Linie.

Nur sechs Minuten nach dem Ausgleich hatte Gomez das 2:1 auf dem Fuß, doch er traf nur den rechten Pfosten. Dann nutzte er schließlich einen Pass von Ludovic Magnin.