2008.09.18 Neuss : HSV kämpft gegen den großen Unbekannten

Unirea Urziceni ist zwar international ein unbeschriebenes Blatt, in Rumänien aber Spitzenreiter. HSV-Trainer Martin Jol warnt davor, den heutigen UEFA-Cup-Gegner zu unterschätzen.

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Warnt vor den Rumänen: Martin Jol

Der Zungenbrecher Unirea Urziceni soll für den Bundesliga-Tabellenführer Hamburger SV kein Stolperstein werden. Mit einem klaren Sieg im Erstrunden-Hinspiel über den rumänischen Spitzenreiter will der HSV heute (19.00 Uhr) den Grundstein für den Einzug in die Gruppenphase des UEFA-Cups legen. Auf die leichte Schulter nehmen die Hanseaten die Partie gegen das Team der Namenlosen aus der 60 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bukarest gelegenen 17.000-Einwohner-Gemeinde aber nicht.

"Urziceni hat eine hervorragende Mannschaft, die wir nicht unterschätzen dürfen. Sie stehen in ihrer Meisterschaft nicht umsonst ganz oben. Die Chancen auf unser Weiterkommen stehen 50:50", meint HSV-Trainer Martin Jol, der mit den Hamburgern seit seinem Amtsantritt zu Saisonbeginn noch keine Pflichtspiel-Niederlage hinnehmen musste: "Ich finde es gut, dass im Umfeld großer Enthusiasmus herrscht, aber wir müssen auf dem Boden bleiben."

Die Mannschaft scheint die Botschaft des Coaches verstanden zu haben und gibt sich zielorientiert. "Wir müssen den Gegner in den ersten Minuten erdrücken. Dann weiß er gleich, wer der Chef in unserem Stadion ist. Wir wollen so hoch wie möglich und vor allem zu Null gewinnen", sagt Mittelfeldspieler Nigel de Jong und hat die Schwachstelle bei den Hamburgern erkannt. Während es in der Offensive bereits gut funktioniert, ist die Abwehr nicht immer sattelfest.

HSV anfällig für Gegentore

In den bisherigen vier Bundesligaspielen gab es bereits sieben Gegentore, schon dreimal musste man einem 0:2-Rückstand hinterherlaufen. "Meine Spieler haben einen Charakter wie Tiger", lobt Jol zwar, doch der Niederländer weiß auch: "Auf Dauer ist das Ganze nicht gut fürs Herz." Zumal Gegentore vor eigenem Publikum im internationalen Geschäft doppelt schmerzen können. Um dies zu verhindern, könnte der brasilianische Nationalspieler Alex Silva sein Debüt in der HSV-Innenverteidigung geben.

Der rumänische Pokalfinalist Urziceni ist sich seiner Rolle als Außenseiter bewusst. "Der HSV ist klarer Favorit, aber wir werden uns nicht kampflos ergeben", sagt der ehemalige Nationalspieler und heutige Unirea-Trainer Dan Petrescu: "Wir sind in der Lage, Tore zu erzielen." In der heimischen Liga gab es nach einer Auftaktniederlage zuletzt sechs Siege in Folge. Am vergangenen Spieltag bezwang man den Wolfsburger UEFA-Cup-Gegner Rapid Bukarest mit 2:1.