2008.09.20 Neuss : Tourenwagen-WM kehrt nach Imola zurück

Für die Fahrer der Tourenwagen-WM geht es wieder durch "Rivazza" und "Tamburello". Die berüchtigten Kurven der Strecke in Imola stehen erstmals seit 2005 wieder auf dem Programm.

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BMW hat gute Erinnerungen an Imola

Die Tourenwagen-WM kehrt nach Imola zurück. Wegen umfangreicher Modernisierungsmaßnahmen standen die Räder auf dem Grand-Prix-Kurs lange still. BMW hat an die alte Strecke gute Erinnerungen. Am 29. Mai 2005 gewann Dirk Müller (Burbach) den letzten WM-Lauf in Imola.

Jörg Müller (Hückelhoven), der im Schnitzer-BMW 320si Gesamtrang neun (43 Punkte) in der WM-Wertung belegt, hat keine positiven Erfahrungen mit der früheren Formel-1-Strecke gemacht. "Ich hoffe sehr, dass mit dem Umbau auch mein Pech auf diesem Kurs endet", sagt Müller, der am Sonntag bei den Saisonläufen 17 und 18 auf ein besseres Abschneiden hofft: "Nach der Nullnummer in Oschersleben nehme ich wieder die Punkteränge ins Visier."

Yvan Muller führt die WM an

Das könnte allerdings für den einzigen deutschen Werksfahrer in der WM bei 23 Zählern Rückstand auf den französischen Tabellenführer Yvan Muller (Seat/66) zu wenig sein. Müller braucht Podestplätze, um den Anschluss an die "Top 3" der Tabelle, zu der auch der Italiener Gabriele Tarquini (Seat/64) und sein britischer Markenkollege Andy Priaulx (53) zählen, nicht zu verlieren.

Ganz besondere Erinnerungen an Imola hat der beinamputierte Italiener Alessandro Zanardi: "Als Kind bin ich mit meinem Onkel, der als Streckenposten gearbeitet hat, oft bei den Rennen in Imola gewesen. Damals habe ich hinter dem Reifenstapel in der ersten Kurve davon geträumt, Rennfahrer zu werden", sagt der 41-jährige Zanardi, dessen Heimatstadt Bologna nur wenige Kilometer entfernt liegt.

Insgesamt 600 neue Meter

Zwschen "Rivazza" und der berüchtigten "Tamburello"-Kurve verläuft nun eine lange Gerade, die einen leichten Rechtsknick macht. Insgesamt wurden 600 Meter der jetzt 4,909km langen Strecke erneuert. Die Arbeiten wurden nach einem Plan des deutschen Formel-1-Architekten Hermann Tilke durchgeführt.

Nicht nur der Verlauf der entgegen des Uhrzeigersinns befahrenen Strecke wurde verändert. Gesprengt wurde auch die 150 Meter lange Boxengasse, die vor mehr einem halben Jahrhundert errichtet worden war. Dafür wurden ein neues Boxengebäude, ein Medienzentrum sowie ein Turm für die Funktionäre errichtet. Insgesamt stehen jetzt 32 Boxen zur Verfügung.