2008.09.21 Neuss : Scheider holt sich den ersten DTM-Matchball

Nach einem zweiten Platz in Barcelona steht DTM-Spitzenreiter Timo Scheider kurz vor dem Titelgewinn. Der Tagessieg ging an seinen größten Konkurrenten Paul di Resta.

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Timo Scheider führt die Gesamtwertung an

Paul di Resta hat die Mercedes-Hoffnungen in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft mit einem Husarenritt am Leben gehalten. Der Schotte feierte beim neunten Saisonrennen in Barcelona seinen zweiten Triumph in diesem Jahr und verkürzte den Rückstand auf DTM-Spitzenreiter Timo Scheider (Braubach) auf nur noch sieben Punkte.

Di Resta siegte vor 35.000 Zuschauern vor dem Audi-Rivalen Scheider und dem fünfmaligen Meister Bernd Schneider in einem weiteren DTM-Silberpfeil. Für di Resta war es der zweite Sieg in diesem Jahr nach dem Triumph auf dem EuroSpeedway Lausitz. Der ehemalige Formel-1-Pilot Ralf Schumacher profitierte von Zeitstrafen gegen Mattias Ekström (Schweden) im Abt-Audi A4 und seinen Markenkollegen Jamie Green und erzielte in seinem neunten DTM-Rennen mit Platz sieben das bisher beste Resultat.

"Das war ein perfektes Wochenende für mein Team, ich freue mich riesig", meinte di Resta verschwitzt, aber überglücklich. Dann sagte er seinem Rivalen Scheider den Kampf an: "Ich gebe bestimmt nicht auf und greife weiter an."

"Na gut Junge, dann fahr halt vorbei"

Ein Lob gab es auch vom Konkurrenten. "Paul war heute einfach zu gut, er war schneller, da habe ich gesagt: Na gut Junge, dann fahr halt vorbei", sagte Scheider. Sorgen um seine Titelchancen macht sich der 29-Jährige dennoch nicht: "Am Ende gewinnt der mit den meisten Punkten, und da liege ich weiter vorn."

In der Gesamtwertung führt Scheider bei zwei noch ausstehenden Rennen mit sieben Punkten Vorsprung vor di Resta. Damit hat Scheider am 5. Oktober in Le Mans seinen ersten "Matchball" zum Titelgewinn. Sollte der Audi-Pilot vier Zähler mehr holen als di Resta, hätte er seinen ersten Fahrer-Titel vor dem Saisonfinale am 26. Oktober in Hockenheim in der Tasche.

Aufregung hatte es vor dem Rennen gegeben. Der frühere Champion Gary Paffett durfte erst nach einer Berufung seines Mercedes-Teams starten. Der Brite war ausgeschlossen worden, weil Teammitglieder verbotenerweise Arbeiten an seinem Auto durchgeführt hatten.

Kristensen für "Foul" bestraft

Rivale Audi verzichtete dagegen auf einen Protest, nachdem der achtmalige Le-Mans-Gewinner Tom Kristensen um zehn Startplätze von Position 9 auf 19 zurückversetzt worden war. Der 41 Jahre alte Däne erhielt die Strafe für ein "Foul" in der Boxengasse an Paffett. Der Audi-Pilot fühlte sich im Qualifying vom Briten blockiert, war ihm in die Seite gefahren und hatte dabei noch einen Kommissar in der Boxengasse gefährdet.

Auch "Schumi II" wurde bei einem Überholmanöver in der Boxengasse die angebliche Gefährdung von Personal zum Verhängnis. Die Sportkommissare verhängten gegen den Mercedes-Star, der nur auf Startplatz 16 stand, eine Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro. Nach einer Aufholjagd und den Zeitstrafen der Konkurrenten gegen Mattias Ekström (Schweden) im Abt-Audi A4 fuhr "Schumi II" noch auf Position sieben vor.