2008.09.23 Neuss : Leverkusen gibt sich im Pokal keine Blöße

Bayer Leverkusen ist mit einem 2:0 (1:0)-Auswärtssieg beim FC Augsburg ins DFB-Pokal-Achtelfinale eingezogen. Stefan Kießling und Arturo Vidal trafen für die Rheinländer.

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Leverkusen feiert Stefan Kießling (l.) nach seinem Treffer

Bayer Leverkusen hat ohne große Mühe erstmals seit fünf Jahren das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht. Dank eines Traumtors von Stürmer Stefan Kießling und eines Abstaubers von Arturo Vidal gewann der spielstarke Bundesligist verdient mit 2:0 (1:0) beim Zweitligisten FC Augsburg. Der Pokalsieger von 1993 konnte dabei vor allem in der ersten Halbzeit mit spielerischer Leichtigkeit und Souveränität überzeugen, erlaubte sich nach der Pause allerdings auch ein paar Nachlässigkeiten gegen die lange Zeit viel zu ängstlichen Gastgeber.

Kießling hatte sich in der 36. Minute ein Herz gefasst und aus genau 33 Metern abgezogen, nachdem er nach einer Kopfball-Ablage von Sturm-Kollege Patrick Helmes gesehen hatte, dass Augsburgs Torhüter Wassili Chomutowski zu weit vor seinem Tor stand. Weitere Chancen ließ die Werkself ungenutzt, geriet dadurch in der zweiten Halbzeit gegen die stärker aufkommenden Gastgeber daher zwischenzeitlich auch in Bedrängnis.

Vor 11.117 Zuschauern im Rosenaustadion wollte sich Bayer zu offensichtlich auf Ergebis-Verwaltung beschränken. Vidal sorgte in der 78. Minute aber für die Entscheidung. Pech hatte der Augsburger Andrew Sinkala mit einem Lattenschuss in der 84. Minute.

Der FC Augsburg, der in der 2. Liga derzeit nach drei Punkten aus fünf Spielen nur auf einem Abstiegsplatz steht, hatte in der Saison 1993/94 das Achtelfinale erreicht, dort allerdings gegen den damals amtierenden Pokalsieger Leverkusen unglücklich verloren (3:4 n.E.). Diesmal präsentierte sich der FCA gegen den Pokalfinalisten von 2002 viel zu lange ohne Mumm. Dino Toppmöller (41.) und Michael Thurk (48.) prüften Rene Adler, Lars Müller zielte knapp über das Tor des designierten Nationaltorhüters (52.), danach wurde es bisweilen ein wenig turbulent, aber kaum ernsthaft gefährlich.

Leverkusens Trainer Bruno Labbadia hatte die Reise nach Bayern sehr ernst genommen und seine Bestbesetzung aufs Feld geschickt. Seine Mannschaft erspielte sich auch schnell ein klares Übergewicht. Dabei gefiel unter anderem Michal Kadlec auf der linken Außenbahn: Zweimal lief der flinke Tscheche den FCA-Abwehrspielern davon, seine hervorragenden Flanken konnte Abnehmer Patrick Helmes allerdings per Fuß (22.) und Kopf (24.) nicht zur Führung der Gäste nutzen. Auch nach dem Treffer von Kießling blieb die Chancenauswertung stark verbesserungswürdig.

Nach dem miserablen Saisonstart hatte Augsburg der Begegnung mit zwiespältigen Gefühlen entgegengesehen. "Die Liga genießt bei uns absolute Priorität", betonte Trainer Holger Fach, einst selbst 32-mal für Leverkusen in der Bundesliga aktiv. Manager Andreas Rettig hatte aber dennoch 450.000 Euro Prämie für das Erreichen das Achtelfinales ausgesetzt.