2008.09.24 Neuss : Duell der "Angeschossenen": Bayern empfängt "Club"

Bayern München will seine 2:5-Klatsche gegen Werder Bremen vom Wochenende vergessen machen und sich im Pokal gegen den 1. FC Nürnberg rehabilitieren. Ribery plant sein Comeback.

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Franck Ribery steht gegen Nürnberg vor seinem Comeback

Der bayerische Rivale 1. FC Nürnberg soll heute den ganzen Frust des deutschen Meisters Bayern München zu spüren bekommen: Vier Tage nach der 2:5-Blamage in der Bundesliga gegen Werder Bremen ist der Titelverteidiger im Pokal-Derby gegen den Zweitligisten mit aller Macht auf Wiedergutmachung aus. Mit einem klaren Sieg gegen den "Club" sollen beim FC Bayern (ab 20.30 Uhr) in der zweiten Runde des DFB-Pokals die Wogen geglättet und die Fans versöhnt werden.

"Wir müssen jetzt den Kopf nach oben richten, daraus lernen und reagieren. Es kommt vor, dass man am Boden liegt, nur kommt es darauf an, wieder aufzustehen. Und wir werden wieder aufstehen und vielleicht noch stärker sein als vorher. Wir werden eine Reaktion zeigen", versprach Trainer Jürgen Klinsmann, der nach dem durchwachsenen Bundesligastart selbst immer stärker unter Druck gerät. Ein Aus im DFB-Pokal würde die Unruhe noch verstärken.

Ribery vor Comeback

Doch daran verschwendet beim FC Bayern keiner einen Gedanken. "Wenn wir unsere Leistung bringen, gewinnen wir klar", meinte Nationalspieler Philipp Lahm. Tatsächlich sei die "Stimmung in der Mannschaft gut", berichtete Klinsmann am Tag vor dem Spiel. Auch wenn "so ne Klatsche wurmt" und "natürlich jedem stinkt", sei es schon im Training am Montag wieder "sehr lustig" zugegangenen, ergänzte der Trainer.

Hoffnungen auf bessere Zeiten weckt vor allem die angestrebte Rückkehr von Mittelfeldspieler Franck Ribery, der nach seinem bei der EM erlittenen Syndesmoseriss vor seinem Saisondebüt steht, sowie von Stürmer Miroslav Klose. Beide haben ihre Blessuren auskuriert, ob sie gegen den Club von Beginn an spielen werden, ist aber noch offen. Auf jeden Fall "brauchen wir Franck Ribery, um unser ganzes Potenzial abzurufen", betonte Bastian Schweinsteiger.

Nürnberg will Katastrophen-Start verhindern

Noch prekärer stellt sich derzeit die Situation für den 1. FCN dar. Der neunmalige deutsche Meister findet sich in der 2. Liga auf Platz 14 wieder - da kommt die Partie gegen den großen bayerischen Nachbarn nicht unbedingt gelegen. Leider könne man die Pokalpartie "gar nicht so genießen, wie wir das wollten", meinte der neue Club-Coach Michael Oenning.

Beide Teams seien "verletzt, wie ein angeschossenes Tier. Beide Teams haben Kratzer." Um die Münchner zu ärgern, müsse sich jeder "mit allem, was er zu leisten im Stande ist, einbringen. Es muss erkennbar sein, dass wir uns wehren."

HSV will zeigen "wie stabil wir sind"

Wie beim FC Bayern geht es auch beim Hamburger SV nach dem jüngsten 0:3 in Wolfsburg und bei Borussia Dortmund nach dem 1:4 in Hoffenheim im DFB-Pokal darum, sich zu rehabilitieren. "Wir müssen jetzt aufstehen und dahin kommen, dass jeder dem anderen wieder mehr hilft", forderte HSV-Kapitän David Jarolim vor dem Heimspiel gegen den VfL Bochum (19.00 Uhr). Jetzt werde sich zeigen, "wie stabil wir sind", meinte Torwart Frank Rost.

BVB gegen Berlin unter Zugzwang

Dortmund steht nach den Niederlagen im UEFA-Cup gegen Udine (0: 2) und am Sonntag in Hoffenheim gegen Hertha BSC Berlin (19.00 Uhr) unter Druck. Trainer Jürgen Klopp will vor allem mehr Aggressivität sehen. "Wir werden uns in diesem Spiel über Zweikämpfe definieren", meinte Klopp.

Die Partie zwischen dem BVB und Hertha ist am Mittwoch eines von zwei Bundesliga-Duellen. Im zweiten will sich der VfB Stuttgart gegen Arminia Bielefeld (20.30 Uhr) schadlos halten.

Viertligist Oberneuland kann "Wölfe" ärgern

Zum einzigen echten Pokalkampf zwischen David und Goliath in der zweiten Runde kommt es in der Partie zwischen Viertligist FC Oberneuland und Bundesligist Wolfsburg. Wie immer vor solchen Spielen bemüht Oberneulands Coach Mike Barten, der 1999 bei Werder unter dem jetzigen VfL-Coach Felix Magath sein Bundesliga-Debüt gefeiert hatte, den beliebten Spruch: "Wir haben eigentlich keine Chance, doch die wollen wir nutzen." Wolfsburgs Keeper Diego Benaglio hält dagegen: "Für uns zählt nur das Weiterkommen."

Gleiches gilt für Bundesligist Karlsruher SC beim Drittligisten Offenbach. Auch der Bundesliga-Tabellenzweite Hoffenheim ist bei Zweitliga-Tabellenführer SC Freiburg in der Favoritenrolle.