2008.09.26 Neuss : Springreiter Ahlmann bleibt weiterhin gesperrt

Der deutsche Springreiter Christian Ahlmann bleibt nach einer Anhörung vor dem Welt-Reiterverband (FEI) vorerst gesperrt. Sein Pferd war bei Olympia positiv getestet worden.

nka
Christian Ahlmann bleibt vorerst gesperrt

Springreiter Christian Ahlmann aus Marl bleibt nach der Doping-Affäre bei den Olympischen Spielen in Hongkong gesperrt, kann aber nach Meinung seines Anwalts Ulf Walz weiter auf ein mildes Urteil hoffen. Das war das Ergebnis einer mehrstündigen Anhörung des 33 Jahre alten Reiters am Freitag vor dem Tribunal des Welt-Reiterverbandes (FEI), das die Sperre von Ahlmann nicht aufheben wollte.

Auch die Springreiter Rodrigo Pessoa (Brasilien) und Tony Andre Hansen (Norwegen), deren Pferde ebenfalls bei Olympia positiv getestet worden waren und die am Donnerstag und Freitag angehört wurden, müssen weiter auf ihre Rückkehr in den Turniersport warten. Bei der Urteilsbekanntgabe wurde zumindest ein neuer Termin gefunden. "Wir rechnen am 18. Oktober mit einer Entscheidung", sagte Ahlmanns Anwalt Walz.

Hoffen auf ein mildes Urteil

"Es müssen noch weitere Unterlagen eingesehen werden. Verband und Reiter haben sich darauf geeinigt, zu Beginn der Woche die Gespräche wieder aufzunehmen. Dann soll auch über das Ende der vorläufigen Sperren entschieden werden", sagte eine Sprecherin der FEI.

Walz zeigte sich enttäuscht, dass nach dem Sitzungs-Marathon keine Entscheidungen getroffen wurde, hofft aber weiter auf ein mildes Urteil. "Ich gehe weiter davon aus, dass es sich in allen Fällen nicht um Doping, sondern um Medikationsfälle handelt, so dass wir mit einmonatigen Sperren rechnen."

Bei den Pferden von Ahlmann und Hansen war bei den Sommerspielen die verbotene Substanz Capsaisin nachgewiesen worden, bei Pessoas Pferd Rufus wurden Spuren von Nonivamide gefunden. Insgesamt gab es in Hongkong bei sechs Pferden positive Tests. Auch bei den Vierbeinern des Iren Denis Lynch und des Brasilianers Bernardo Alves wurde Capsaicin gefunden, beide warten ebenfalls noch auf ein Urteil. Bislang gab es nur im Falle der amerikanischen Dressurreiterin Courtney King, bei deren Pferd Mythilus die Substanz Felbinac nachgewiesen worden war, eine Entscheidung. King wurde für einen Monat gesperrt.

Anwalt Walz: "Urteil im Fall King gibt Richtung vor"

Walz blieb trotz aller Verzögerungen optimistisch: "Das milde Urteil im Falle von King hat die Richtung vorgegeben. Die schweren Vorwürfe des Dopings sind nicht aufrechtzuerhalten", sagte der Anwalt, der alle Springreiter vertritt. Im Falle des Norwegers Hansen rechnet der Jurist mit zusätzlichen Verzögerungen bei der Urteilsbekanntgabe. Dort müssten weitere Analyseberichte ausgewertet werden. Hansen hatte nicht wie die anderen Reiter zugegeben, dass sein Pferd mit Capsaicin behandelt worden war.

Sollten die Urteile die Disqualifikationen der Reiter von den Olympischen Spielen bestätigen, müssten auch die Endergebnisse neu berechnet werden. Während die Pferde von Ahlmann, Hansen, Lynch und Alves nach dem Nationenpreis positiv getestet wurden, war Pessoas Rufus nach dem Einzelspringen auffällig geworden.