2008.09.27 Neuss : Hannover ist "elektrisiert" vor dem Bayern-Spiel

Fast der komplette Kader steht Hannover 96 im Spiel gegen Bayern München wieder zur Verfügung. Vizemeister Werder Bremen empfängt 1899 Hoffenheim. Dortmund trifft auf Stuttgart.

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In der letzten Saison gewann Bayern beide Spiele gegen Hannover mit 3:0

Die Bayern können im deutschen Fußball fast alles - jetzt sorgen sie schon für Massenheilungen bei der Konkurrenz. 13 Spieler fehlten bei Hannover 96 noch am Dienstag im Pokalspiel bei Schalke 04 verletzt oder erkrankt, zur Partie heute (15.30 Uhr/live bei Premiere) gegen Rekordmeister Bayern München aber sind fast alle wieder fit. "Wenn Bayern kommt, ist der gesamte Vereien elektrisiert", sagt 96-Trainer Dieter Hecking: "Sich mit der besten Mannschaft Deutschlands zu messen, ist immer eine besondere Motivation."

So tummelten sich mit Ausnahme von drei Spielern wieder alle Profis auf dem Trainingsplatz der Niedersachsen. Zwar warten die 96er seit 20 Jahren auf einen Heimsieg gegen die Münchner, sind aber seit neun Heimspielen ungeschlagen. Große Hoffnungen auf einen Erfolg seiner Rekonvaleszenten-Truppe hat Hecking aber nicht: "Auch das beste Team Deutschlands hat zwar mal einen schlechten Tag, aber den haben sie beim 2:5 gegen Werder Bremen genommen."

Bremen empfängt Hoffenheim

Der deutsche Vizemeister muss nach dem Befreiungsschlag an der Isar nun daheim gegen den Tabellenzweiten von 1899 Hoffenheim nachlegen - wahrscheinlich die interessanteste Partie des sechsten Spieltages. Der Dritte VfB Stuttgart reist zu Borussia Dortmund, der Hamburger SV empfängt Borussia Mönchengladbach. Im Berlin-Brandenburg-Derby trifft Hertha BSC Berlin auf das Schlusslicht Energie Cottbus, der Vorletzte Eintracht Frankfurt muss gegen Arminia Bielefeld punkten, um Ruhe in die beginnende Diskussion um Trainer Friedhelm Funkel zu bringen.

Die Packung gegen den Erzrivalen von der Weser haben die Münchner zwar mit dem 2:0-Pokalerfolg gegen den Zweitligisten 1. FC Nürnberg zunächst verdrängt, im Kampf um die Meisterschaft muss nun aber ein Dreier her. "Der FC Bayern steht immer auf dem Prüfstand", weiß Trainer Jürgen Klinsmann: "Ich erwarte eine sehr schwere Aufgabe, bei Hannover sind alle heiß."

Franck Ribery wird dabei voraussichtlich noch nicht von Anfang an spielen. Der Franzose steht zwar im Kader, Klinsmann hält ihn aber nach seiner langen Verletzungspause für noch nicht fit genug für 90 Minuten: "Er ist sicher ungeduldig, aber auch realistisch in der Beurteilung seines eigenen Körpers."

Trainer Thomas Schaaf von Werder Bremen sang bereits das hohe Lied auf Aufsteiger Hoffenheim. "Sie haben schon sehr gute Spiele abgeliefert und spielerisch einiges anzubieten. Ich gehe davon aus, dass sie sich auch bei uns nicht verstecken", meinte der Erfolgscoach, "das einzige was der Mannschaft noch fehlt, ist Erfahrung."

Sportdirektor Klaus Allofs lobt das Projekt aus dem Badischen und will gleichzeitig der Gefahr von Schmähungen für Mäzen Dietmar Hopp vorbauen, wie sie bereits in anderen Stadien vorgekommen sind: "Dort gibt es Visionen, und es werden die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen", meint Allofs. "Da ist jemand, der durch ehrliche Arbeit zu viel Geld gekommen ist und es jetzt sinnvoll einsetzt."

Jens Lehmann kehrt nach Dortmund zurück

In Dortmund kehrt Torwart Jens Lehmann mit Stuttgart nach fünf Jahren an seine alte Wirkungsstätte zurück. "Ich freue mich auf die Partie und das Stadion", sagte der Ex-Nationalkeeper, "zuletzt lief es bei Dortmund ja nicht so gut, so dass wir uns vielleicht etwas ausrechnen können." Torjäger Mario Gomez kehrt nach überstandener Adduktorenverletzung ins Team zurück.

Alte Bekannte trifft auch Marcell Jansen beim HSV in der Partie gegen Borussia Mönchengladbach wieder. Der Nationalspieler ist schließlich seit der D-Jugend am Bökelberg groß geworden. 14 seiner Verwandten und Bekannten einschließlich der Eltern haben sich für die Partie angemeldet. "Für mich ist es das Spiel des Jahres", sagt Jansen, der wegen des Zweitliga-Intermezzos der Gladbacher nun erstmals auf seinen Ex-Klub trifft: "Ich würde mich beim Jubeln sicher etwas zurücknehmen."