2008.09.28 Neuss : Alessandro Ballan feiert WM-Heimsieg

Der Italiener Alessandro Ballan hat bei der Straßenrad-WM in Varese Gold vor seinem Landsmann Damiano Cunego und dem Dänen Matti Breschel gewonnen. Fabian Wegmann wurde Siebter.

jla
Alessandro Ballan gewinnt Gold bei der Straßenrad-WM

Alessandro Ballan hat bei der Straßenrad-WM im italienischen Varese für einen Heimsieg gesorgt. Der 28-Jährige setzte sich nach 260,25km mit drei Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Damiano Cunego durch. Dritter wurde der Däne Matti Breschel. Bester Deutscher war Fabian Wegmann (Freiburg) als Siebter.

Mitfavorit Schumacher konnte sich zu keiner Zeit des Rennens in Szene setzen, stattdessen ruhten die deutschen Hoffnungen allein auf Wegmann. Der Freiburger war ständig in der Spitzengruppe vertreten, hatte aber im Finish nichts mehr zuzusetzen. Die entscheidende Gruppe hatte sich in der vorletzten der 17km langen Runde vom Feld gelöst.

"Ich bin ein starkes Rennen gefahren. Ich habe mich im Vergleich zum letzten Jahr verbessert, aber am Ende war ich platt. Ich bin jede Attacke mitgegangen, dann ging nichts mehr", sagte Wegmann, während sein Teamkollege Stefan Schumacher mit den verpassten Chancen haderte: "Es war ein Fehler, sich nur auf Paolo Bettini zu konzentrieren. Im Nachhinein hätte ich attackieren müssen."

Zabel beendet Karriere ohne WM-Krone

So ging auch für Deutschlands erfolgreichsten Radprofi Erik Zabel der letzte Höhepunkt seiner Karriere ohne Erfolg zu Ende. Der 38-Jährige, der zum Saisonende nach 16 Jahren als Profi und 201 Siegen vom Rad steigt, spielte im Finale keine Rolle. Wieder einmal fuhr er seinem großen Traum, dem WM-Titel, vergeblich hinterher. Zweimal - 2004 und 2006 - hatte er den zweiten Platz belegt.

Am Ende bummelte Zabel im geschlagenen Feld mit dem großen Favoriten Bettini über die Ziellinie. Für den italienischen Titelverteidiger war es das letzte Rennen seiner Karriere, nachdem er am Samstag das Ende seiner Laufbahn angekündigt hatte. Der 34-Jährige hatte 2006 und 2007 den WM-Titel geholt. 2004 wurde der Italiener in Athen auch Olympiasieger im Straßenrennen. Er habe keine Herausforderung mehr, sagte Bettini, der von seinem Quick-Step keinen neuen Vertrag mehr erhalten hatte. Das belgische Team verpflichtete stattdessen den Nürtinger Stefan Schumacher.

Ausreißer kommen nicht durch

Vor mehr als 100.000 Zuschauern an der Strecke hatte lange Zeit eine dreiköpfige Ausreißergruppe für Furore gesorgt. Die drei Nobodys Richard Ochoa (Venezuela), Christian Poos (Luxemburg), Oleg Schusda (Ukraine) hatten sich früh vom Feld abgesetzt und nach sieben von 15 Runden einen zwischenzeitlichen Vorsprung von fast 18 Minuten herausgefahren. Danach drückte das Feld aber auf das Tempo und in der viertletzten Runde war das Unterfangen zum Scheitern verurteilt.

Auch wenn die deutsche Mannschaft zum Abschluss leer ausging, bedeutete die Bilanz mit fünfmal Edelmetall eine Rekordausbeute in der WM-Geschichte. Herausragend war dabei der WM-Titel von Bert Grabsch (Wittenberg) im Einzelzeitfahren.