2008.10.02 Neuss : Gomez-Treffer rettet Stuttgart im UEFA-Cup

Mario Gomez hat den VfB Stuttgart im UEFA-Cup vor einer Blamage bewahrt. Gegen Warna traf der Angreifer in der Nachspielzeit zum 2:2, das dem VfB das Weiterkommen sicherte.

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Mario Gomez gelang der Treffer zum 2:2

Ein schmeichelhafter Sieg und ein glückliches Unentschieden im Rückspiel - nur mit Hängen und Würgen sowie dank eines treffsicheren Mario Gomez hat der VfB Stuttgart die Gruppenphase im UEFA-Pokal erreicht. Gegen den biederen bulgarischen Erstligisten Tscherno More Warna stand der Fußball-Bundesligist bereits vor einer Blamage, bleibt aber nach einem 2:2 (0:0) vor eigenem Publikum weiter im Wettbewerb. Das Hinspiel zwei Wochen zuvor hatten die Schwaben nach zwei Treffern von Gomez schmeichelhaft mit 2:1 gewonnen.

Zuvor hatten Jordan Jurukow (47.) und Georgi Rusew (79.) den VfB fast schon aus dem Wettbewerb geschossen, bevor Nationalspieler Thomas Hitzlsperger (82.) und Gomez in der vierten Minute der Nachspielzeit das Weiterkommen besiegelten.

Dass die Stuttgarter überhaupt einen Treffer gegen die lange Zeit harmlosen Bulgaren zuließen, war schon peinlich genug, dann aber glich das 0:1 auch noch einer Slapstick-Nummer. Serdar Tasci spielte beinahe unbedrängt von einem Gegenspieler den Ball von der Außenlinie in den Strafraum, passte aber derart ungenau auf den ihm entgegenkommenden Jens Lehmann, dass der Torhüter beim Versuch, die Kugel noch zu erwischen, wie auf einer Eisbahn ausrutschte. Jurukow musste nur noch einschieben.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die 10.000 bedauernswerten Zuschauer im Stuttgarter WM-Stadion, in das auch rund 30 Anhänger des bulgarischen Erstligisten gereist waren, nur Fußball zum Gähnen über sich ergehen lassen müssen. Warna wirkte beim Versuch, das 1:2 aus dem Hinspiel aufzuholen, überfordert. Die Gastgeber taten nicht mehr als nötig, standen in der Abwehr zumeist sicher, hatten jedoch außer ein paar Alibi-Angriffen offensiv nichts zu bieten. Nur Gomez kam mehrfach ansatzweise einem Treffer nahe.

Nach dem Rückstand bemühten sich die Stuttgarter durchaus engagiert um den Ausgleich, tauchten auch regelmäßig am Strafraum von Warna auf, wirkten allerdings in ihren Aktionen über weite Strecke sehr unkonzentriert und hilflos. Eine sogenannte Hunderprozentige erspielte sich der Bundesliga-Siebte nicht. Das Publikum auf den Rängen quittierte es mit Zwischenrufen des Entsetzens und Pfiffen bereits nach der ersten Halbzeit.

In der Tat war Warna nach dem Einzug in die Gruppenphase stets näher als Stuttgart dem Ausgleich. Milan Petkow köpfte zunächst in die Arme von Lehmann (50.), auch Jurukov scheiterte anschließend noch einmal in günstiger Position am Keeper der Stuttgarter (66.), ehe Rusew doch das 0:2 erzeilte. Eher zufällig glich Hitzlsperger nur drei Minuten später nach einer Ecke aus und hielt die Schwaben im Spiel.