2008.10.02 Neuss : Münchner Staatsanwaltschaft: Keine Ermittlungen

Im Zusammenhang mit dem Bestechungsverdacht im UEFA-Cup zwischen dem FC Bayern und St. Petersburg laufen seitens der Münchner Staatsanwaltschaft derzeit keine Ermittlungen.

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Szene aus dem Spiel zwischen Zenit St. Petersburg und dem FC Bayern

Die Münchner Staatsanwaltschaft stellt bislang keine Ermittlungen im Zuge des Bestechungsverdachts bei den Europacup-Spielen des deutschen Rekordmeisters Bayern München gegen Zenit St. Petersburg an. "Es ist in dieser Sache nichts anhängig", sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler, Sprecher der Staatsanwaltschaft München, dem sid. Bislang gebe es kein Rechtshilfe-Ersuchen der spanischen Justiz, allerdings könne das auch "eine Weile dauern, wenn es den offiziellen Rechtshilfeweg geht".

Die Bayern-Spitze kommentierte das Thema am Donnerstag nicht und wird es womöglich auch gar nicht tun. "Wenn jemand etwas Konkretes auf den Tisch legt, dann werden wir uns äußern", sagte Pressechef Markus Hörwick. Die Spieler finden den Bestechungsverdacht vor allem lächerlich. `Ich hab nichts gekriegt. Ich kann mir das einfach nicht vorstellen", erklärte Nationalstürmer Miroslav Klose und fügte ironisch hinzu: "Ich habe wahrscheinlich absichtlich nicht richtig geschossen, ich hab nur die Dollarzeichen gesehen."

Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof in Spanien bestätigt, dass Generalstaatsanwalt Baltasar Garzon Ermittlungen aufgenommen habe und die Justizbehörden in München um Unterstützung bei der Aufklärung bitten wolle. Die spanischen Zeitungen ABC und El Pais hatten zuvor berichtet, dass eine russische Mafia-Bande behauptet, unter anderem das UEFA-Pokal-Halbfinale zwischen Bayern und Zenit St. Petersburg mit Millionen von Euro "gekauft" zu haben. Das 0:4 bei St. Petersburg im Rückspiel am 1. Mai war die höchste Münchner Niederlage im Europapokal seit 31 Jahren gewesen.

"Dem FC Bayern München ist dieser Verdacht ebenso wenig bekannt wie der Münchner Staatsanwaltschaft. Wir werden versuchen, jegliche etwaige Information zu diesem Vorgang zu erhalten", hatte der Klub in einer Pressemitteilung erklärt.