2008.10.07 Neuss : Der englische Fußball steckt in der Schuldenfalle

Einen gigantischen Schuldenberg in Höhe von rund 3,85 Milliarden Euro hat der englische Fußball angehäuft. Das berichtet der FA-Vorsitzende David Triesman.

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Der englische Fußball steckt in der Schuldenfalle

Der englische Fußball hat offenbar einen Schuldenberg von umgerechnet rund 3,85 Milliarden Euro angehäuft. Dies erklärte David Triesman, der Vorsitzende des nationalen Fußball-Verbandes FA am Dienstag am Rande einer zweitägigen Sitzung an der Stamford Bridge, dem Vereinsgelände von Michael Ballacks Klub FC Chelsea. "Die beste Schätzung, die ich erhalten habe, beläuft sich auf diese Summe. Es gibt nur eine Sache, die sicher ist, das sind die Schulden. Und die müssen beseitigt werden", führte Triesman aus.

Laut Triesman sind allein die vier englischen Top-Klubs Manchester United, FC Liverpool, FC Chelsea und der FC Arsenal für ein Drittel der Verschuldung, rund 1,2 Millarden Euro, verantwortlich. Dies bedeute einen Zuwachs von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Aber auch die FA selbst trage einen Schuldenberg in Höhe von gut 510 Millionen Euro vor sich her, verursacht vor allem durch den Bau des neuen Wembley-Stadions.

David Triesman kann nicht ausschließen, dass in naher Zukunft einer der hoch verschuldeten Vereine pleite geht. "Wenn mir einer vor einem Monat gesagt hätte, dass Lehman Brothers von der Bildfläche verschwindet, hätte ich das auch nicht geglaubt", so der Verbandschef.

Das Problem sei nicht die Höhe der Schulden. "Das Problem ist vielmehr, dass die Personen hinter den Schulden in ernsthaften Problemen stecken. Damit liegt das Schicksal nicht mehr in den Händen der Vereine", erklärte Triesman, der zudem auf die Probleme der globalen Verflechtung hinwies: "Die Schulden der Vereine verteilen sich durch die internationalen Investoren über die ganze Welt. Manche von ihnen befinden sich in großen Schwierigkeiten."