2008.10.09 Neuss : Hiddink könnte "Sbornaja" über WM hinaus betreuen

Der Niederländer Guus Hiddink könnte auch über die WM 2010 hinaus Nationaltrainer in Russland bleiben. Für sein Gehalt kommt seit kurzem der russische Verband auf.

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Jubelpose bei der EM: Guus Hiddink

Der Niederländer Guus Hiddink zieht offenbar eine Verlängerung seiner Amtszeit als russischer Nationaltrainer über die WM 2010 hinaus in Erwägung. "Es ist durchaus vorstellbar, dass ich bleibe, weil ich mich der Entwicklung des russischen Fußballs verschrieben habe und sehe, welche Erfolge schon erzielt wurden", sagte der 61 Jahre alte Weltenbummler vor dem WM-Qualifikationsspiel am Samstag (20.45 Uhr/live in der ARD) in Dortmund gegen die deutsche Nationalelf in einem Interview mit der russischen Sportzeitung Sport Express.

Hiddink hatte die "Sbornaja" zur EM 2008 geführt und dabei unter anderem England ausgeschaltet. Bei der Endrunde in Österreich und der Schweiz wurden die Russen dann mit attraktivem Angriffsfußball zur Überraschung des Turniers, warfen im Viertelfinale spektakulär den Mitfavoriten Niederlande aus dem Rennen und scheiterten erst im Halbfinale am späteren Europameister Spanien. Hiddink wurde danach von Russlands Staatspräsident Dimitrij Medwedew sogar die Einbürgerung angeboten, unterschrieben hat er aber nur seine Vertragsverlängerung bis 2010.

Russischer Verband übernimmt Gehaltszahlungen

Die Gehaltszahlungen von geschätzten zwei Millionen Euro jährlich kommen seit kurzem übrigens nicht mehr von der nationalen Fußball-Akademie, die unter anderem von Öl-Milliardär und Chelsea-Eigner Roman Abramowitsch finanziert wird, sondern direkt vom russischen Fußball-Verband, der auch Hiddinks Arbeitgeber ist. Diesen Wechsel leitete der neue Generaldirektor des Verbandes, Alexej Sorokin, in die Wege, um damit Streitigkeiten zwischen Verband und Akademie zu beenden.