2008.10.11 Neuss : Hamilton erobert Pole Position in Fuji

WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) hat das Qualifying zum Großen Preis von Japan gewonnen. Verfolger Felipe Massa musste sich im Ferrari mit Platz fünf begnügen.

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Auf Startplatz Nummer eins: Lewis Hamilton

Lewis Hamilton hatte gut lachen, Felipe Massa schlich mit gesenktem Kopf davon. "Ich bin sehr, sehr glücklich. Wir sind jetzt in einer sehr guten Position", sagte der 23 Jahre alte McLaren-Mercedes-Pilot Hamilton nach seiner rasanten Fahrt auf die Pole Position. Der Brasilianer Massa, Hamiltons schärfster Rivale im Kampf um die WM, kam mit seinem Ferrari im Qualifying nicht über Platz fünf hinaus und war entsprechend tief enttäuscht.

Beim Großen Preis von Japan am Sonntag in Fuji (6.30 Uhr MESZ) hat Hamilton nun beste Voraussetzungen, um bereits im drittletzten Rennen des Jahres für eine Vorentscheidung zu sorgen. Zumal hinter Ferraris Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) dessen Landsmann Heikki Kovalainen im zweiten "Silberpfeil" auf Startplatz drei steht. Er kann Hamilton damit als wichtiger Puffer gegen Massa dienen, der zudem noch Doppel-Weltmeister Fernando Alonso (Spanien/Renault) vor sich hat.

"Sensationell, ein Traum"

Hamilton, der für den 4,563 Kilometer langen Rundkurs am Fuße des Vulkans Fuji 1:18,404 Minuten benötigte und damit fast eine halbe Sekunde schneller war als Massa, ließ sich aber nicht aus der Reserve locken und wollte die gute Ausgangslage nicht zu hoch bewerten.

"Es ist großartig, dass wir auf Platz eins und drei stehen. Über alles andere mache ich mir keine Gedanken", sagte der WM-Spitzenreiter und grinste zu seinem Helfer Kovalainen rüber. Mit 84 Punkten liegt Hamilton vor dem 16. von 18 Saisonrennen in der WM-Wertung sieben Zähler vor Massa. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug war da schon euphorischer: "Sensationell, ein Traum. Platz eins für Lewis, Platz drei für Heikki - und Massa Fünfter."

Lange Gesichter dagegen bei Ferrari. "Das ist mit Sicherheit keine gute Ausgangsposition. Ich muss jetzt versuchen, so viele Punkte wie möglich zu holen, um meine Chance in der WM zu wahren", sagte Massa. Nur Räikkönen, in den vergangenen vier Rennen punktlos, hatte ein wenig Grund zur Freude. "Schön, wieder zurück zu sein", sagte der zuletzt formschwache "Iceman".

Glock überzeugt auf der Hausstrecke

Wie schon am gesamten Wochenende war Timo Glock (Wersau) mit seinem Toyota als Achter der beste Deutsche und sorgte auf der Hausstrecke seines Arbeitsgebers für weitgehend zufriedene Gesichter bei Vorstand und japanischen Fans. "Wir haben uns sogar noch ein bisschen mehr ausgerechnet", räumte der 26-Jährige angesichts der Trainingsbestzeit am Freitag allerdings ein.

Ähnlich sah es bei Sebastian Vettel (Heppenheim) aus. Der Toro-Rosso-Pilot, der im Vorjahr in Fuji im strömenden Regen seine ersten Führungsrunden als jüngster Pilot in der Geschichte der "Königsklasse" erlebte, startet von Position neun und hofft nun auf den Sonntag: "Das Rennen ist lang."

Die drei anderen Deutschen mussten sich dagegen mit hinteren Plätzen begnügen. Der Wiesbadener Nico Rosberg (Williams-Toyota) kam nicht über Rang 15 hinaus. Für Nick Heidfeld (BMW-Sauber) aus Mönchengladbach setzte sich das bislang enttäuschende Wochenende fort. Der 31-Jährige schied fünf Tage nach seiner Vertragsverlängerung bereits nach dem ersten Durchgang aus und startet von Position 16.

Heidfeld war im ersten Durchgang allerdings nur wenig schlechter als sein Teamkollege Robert Kubica (Polen), der mit Platz 14 zunächst ebenfalls mäßig abschnitt, sich aber noch auf Position sechs vorarbeiten konnte. Adrian Sutil (Gräfelfing) wurde im Force India 19. und damit Vorletzter.

"Gemeinsame Fehlentscheidung von Team und Fahrern"

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen räumte ein, dass das Qualifying "nicht nach Wunsch verlaufen" sei. Er bezeichnete es als "gemeinsame Fehlentscheidung von Team und Fahrern", auch bei der zweiten Boxenausfahrt im ersten Durchgang auf die harten Reifen gesetzt zu haben. Heidfeld gab unumwunden zu: "Die Enttäuschung ist groß. Von der Position wird es extrem schwierig, im Rennen irgendwas zu erreichen."