2008.10.12 Neuss : Loeb kurz vor historischem Triumph bei Rallye-WM

Nach seinem Sieg bei der Korsika-Rallye reicht Sebastien Loeb ein dritter Platz beim vorletzten WM-Lauf in Japan, um zum historischen fünften Mal Weltmeister zu werden.

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Sebastien Loeb gewann die Korsika-Rallye

Sebastien Loeb ist auf seinem Weg, Rallye-Geschichte zu schreiben, in die Zielgerade eingebogen. Der Citroen-Pilot aus Frankreich feierte bei seinem "Heimspiel" bei der Korsika-Rallye den fünften Sieg in Serie und baute den Vorsprung vor den finnischen Ford-Piloten Mikko Hirvonen um zwei weitere Punkte auf 14 Zähler aus.

"Auf Korsika zu gewinnen, das ist immer ein ganz besonderer Moment", sagte Loeb. Bei der Japan-Rallye vom 31. Oktober bis 2. November, dem vorletzten von 15 WM-Läufen, würde "Super-Seb" ein dritter Platz genügen, um als erster Fahrer zum fünften Mal Weltmeister zu werden.

Bei seinem zehnten Saisonsieg, mit dem er seinen eigenen Rekord aus der Saison 2005 einstellte, und Erfolg Nummer 46 insgesamt war der Elsässer wieder mal eine Klasse für sich und lag vor der letzten Sonderprüfung fast eineinhalb Minuten vor dem Belgier Francois Duval im zweiten Werks-Ford.

Duval ließ sich aber durch eine provozierte zweiminütigen Zeitstrafe bei der letzten Wertungsprüfung ebenso noch hinter Teamkollege Hirvonen zurückfallen wie dessen Landsmann Jari-Matti Latvala (Strafe 1:30 Minuten) im privaten Ford des Stobart-Teams.

Ford rettet Hirvonen durch Teamorder kleine Titelchance

Mit dieser Teamorder wollte Marken-Weltmeister Ford Hirvonen zumindest noch eine kleine Titelchance retten, nachdem der Finne zuvor durch einen Reifenschaden vom zweiten auf den vierten Platz zurückgefallen war.

"Es war keine ideale Situation, aber wir mussten so handeln. Sonst hätten wir uns selbst geschadet", verteidigte Teamchef Malcom Wilson die Entscheidung, die Hirvonen selbst überhaupt nicht gefiel. "Ich habe die WM durch Reifenschäden verloren, einen in Deutschland, einen in Neuseeland, der mich dort den Sieg gekostet hat, und jetzt hier. Aber ich hätte das selbst vermeiden können", sagte Hirvonen: "Ich habe das Schlagloch gesehen, hatte mich aber entschieden, drüber zu fahren. Mein Fehler, deshalb habe ich es verdient."

Am Ende lag Loeb bei seinem vierten Sieg in Folge auf Korsika dann 3:24,7 Minuten vor Hirvonen, 3:31,6 vor Duval und 3:37,5 vor Latvala. In der WM-Gesamtwertung kommt er auf 106 Punkte, Hirvonen auf 92 Zähler.

Bereits den Titel gewonnen hat Loebs Landsmann Sebastien Ogier in der Junioren-WM. Dem Citroen-Piloten genügte Platz zwei, um mit acht Punkten Vorsprung vor seinem Berliner Markenkollegen Aaron Burkhart (42:34) die Meisterschaft perfekt zu machen.

Burkhart belegte auf Korsika Platz fünf, Suzuki-Pilot Florian Niegel (Bayreuth) wurde Siebter und kam damit in der Gesamtwertung mit acht Punkten auf Rang 11.