2008.10.15 Neuss : Ein Wiedersehen zweier alter Bekannter

Beim WM-Qualifikationsspiel zwischen Griechenland und der Schweiz kommt es heute zum brisanten deutschen Trainer-Duell zwischen Otto Rehhagel und Ottmar Hitzfeld.

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Griechenlands Trainer Otto Rehhagel trifft auf einen alten Bekannten aus der Bundesliga

Für "König" Otto Rehhagel wird es im brisanten deutschen Trainerduell gegen "General" Ottmar Hitzfeld besonders auf die griechischen Fußball-Fans ankommen. "Die Schweiz ist wie ein angeschlagener Tiger, das Spiel wird für uns sehr gefährlich. Deshalb appelliere ich an unsere Fans: "Kommt zum Spiel". Ein Stadion ist wie ein Theater. Wenn es voll ist, sind die Protagonisten am besten", erklärte der 70 Jahre alte Griechenland-Coach vor dem mit Spannung erwarteten WM-Qualifikationsduell heute gegen die Schweiz in Piräus.

Der EM-Held von 2004 hofft auf ein weiteres Fußball-Fest der Hellenen. In der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika thront "Rehakles" nämlich mit seiner Mannschaft in der Gruppe 2 nach drei Spielen einsam an der Tabellenspitze. Mit neun Punkten und 8:0 Toren gelang dem Europameister von vor vier Jahren ein perfekter Start in die Qualifikation.

Rehhagel warnt vor den Schweizern

Allerdings warnte Rehhagel vor dem Spiel gegen die Schweiz vor Übermut. "Für die WM-Qualifikation war es wichtig, die ersten drei Spiele zu gewinnen. Aber mit der Schweiz kommt jetzt der erste richtige Gegner", sagte Rehhagel, der als Bundesliga-Coach gegen Hitzfeld in 14 Spielen siebenmal verlor, fünfmal gewann und zweimal remis spielte. Trotz dieser negativen Bilanz kann Rehhagel relativ entspannt in das vierte Spiel der WM-Qualifikation gehen. Dagegen rennt sein Gegenüber Hitzfeld der Blamage gegen Luxemburg (1:2) hinterher und ist gegen die Griechen zum Erfolg verdammt.

Für Hitzfeld geht es bereits um den Gruppensieg

"Wir erleben ein Spitzenspiel um den Gruppensieg. Ich erwarte, dass Griechenland und auch Israel noch Punkte lassen werden", sagte Hitzfeld, dem die grundsätzlich defensiv ausgerichtete Spielweise der Hellenen allerdings Kopfzerbrechen bereitet: "Das Problem mit Rehhagels Mannschaften ist, dass sie über eine hohe Disziplin verfügen und bestens organisiert sind." So blickt auch der Schweizer Ex-Nationalspieler Ciriaco Sforza, der unter beiden Trainern spielte, mit Spannung auf den Vergleich zwischen Rehhagel und Hitzfeld. "Das ist das Treffen der beiden erfolgreichsten Trainer Deutschlands, das wird sehr interessant. Otto ist eher der familiäre Typ. Er muss Leute um sich haben, mit denen er in Harmonie arbeiten kann. Ottmar ist mehr der Taktiker und Disziplinfanatiker", sagte Sforza.

Italien ohne Luca Toni gegen Montenegro

Gewohnt diszipliniert will auch Weltmeister Italien sein viertes Spiel in der Gruppe 8 gegen Montenegro angehen. Nach dem biederen 0:0 gegen Bulgarien am Samstag soll die Tabellenführung und der Vorsprung auf Irland weiter ausgebaut werden. Die nötigen Tore will Alberto Gilardino beisteuern.

Der Stürmer vom AC Florenz stand bereits am Samstag anstelle von Bayern Münchens Star-Stürmer Luca Toni in der italienischen Startformation und profitiert nun von einer Gelbsperre des Bundesliga-Top-Torjägers der vergangenen Saison. "Es tut mir leid für Luca, aber wenn Trainer Lippi mich wieder aufstellt, werde ich versuchen, meine Chance zu nutzen", sagte Gilardino. Der Bayern-Star war in Bulgarien erst in der 72. Minute eingewechselt worden.

England will weiteren Sieg - Brückner mit Österreich unter Druck

Das Fußball-Mutterland England will sich auf dem Weg zur WM 2010 nach dem 5:1 gegen Kasachstan auch in Weißrussland, das vom deutschen Trainer Bernd Stange gecoacht wird, keine Blöße geben. Allerdings muss Nationalcoach Fabio Capello seine Abwehr für das WM-Qualifikationsspiel in Minsk erneut umbauen. Ashley Cole ist wegen einer Oberschenkelzerrung der zweite Ausfall in der Defensive der Three Lions, nachdem bereits Kapitän John Terry aufgrund anhaltender Rückenbeschwerden passen muss.

Einen Erfolg braucht Österreichs tschechischer Trainer Karel Brückner, der beim Heimspiel gegen Tabellenführer Serbien nach dem peinlichen 1:1 auf den Färöern bereits mit dem Rücken zur Wand steht. Große Sorgen hat auch Brückners Ex-Team Tschechien. Nach nur einem Punkt aus zwei Spielen ist das Heimspiel gegen Slowenien auch für das Team von Trainer Petr Rada bereits ein erstes Endspiel.