2008.10.17 Neuss : Löw verteilt "keine Stammplatz-Garantien"

Bundestrainer Joachim Löw hat seine Wertschätzung für Torsten Frings unterstrichen. Im Sinne des Konkurrenzkampfes verteidigt der Coach allerdings auch seine Personalentscheidung.

tr
Bei Joachim Löws Blick in die Zukunft hat Torsten Frings schlechte Karten

In der "Causa Frings" hat Joachim Löw klar Stellung bezogen. Der Bundestrainer unterstrich seine Wertschätzung für Torsten Frings, verteidigte aber die Nichtberücksichtigung des Bremer Mittelfeldspielers in den beiden vergangenen Länderspielen gegen Russland (2:1) und Wales (1:0). "Er genießt bei mir weiterhin eine hohe Wertschätzung, allerdings kann ich im Sinne des Konkurrenzkampfes keine Stammplatz-Garantie geben", erklärte Löw am Freitag.

Hinter der Zukunft von Frings in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) steht ungeachtet eines möglichen Rücktrittes ein Fragezeichen. Die Nichtberücksichtigung sei "keine Frage fehlenden Respekts gegenüber ihm, wie er das formuliert, sondern der Einschätzung der sportlichen Situation im Nationalmannschafts-Kader und damit auch seiner sportlichen Perspektiven", sagte Löw weiter.

"Auch jüngere Spieler müssen Chance erhalten"

Damit spielte Löw auch auf die Planungen für die WM 2010 an. "Wir hatten immer Respekt vor den Leistungen von Torsten, aber im Blick auf die WM 2010 in Südafrika müssen auch jüngere Spieler, die sich in der Bundesliga ebenfalls durch gute Leistungen hervortun, ihre Chance erhalten", meinte Löw, der in der DFB-Zentrale über zwei Stunden vor dem Präsidium eine sportliche Bilanz zog.

Zuvor hatte Frings seinen Abschied aus der DFB-Elf erwogen. "Klar, ich denke an einen Rücktritt. Nicht, weil ich beleidigt bin, sondern weil mir die letzten Tage die Augen geöffnet haben", erklärte der 78-malige Nationalspieler der Bild-Zeitung.