2008.10.21 Neuss : DOSB besorgt über großes Loch in der Kasse

Gesunkene Einnahmen durch die Glücksspirale haben dem Deutschen Olympischen Sportbund kräftig zugesetzt. Thomas Bach attestierte bereits eine "sehr problematische Finanzlage."

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Thomas Bach

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) befindet sich laut Thomas Bach "in sehr problematischer Finanzlage." Der DOSB-Präsident erklärte am Dienstag nach einer Klausurtagung in der Sportschule Hennef bei Bonn, man habe zwar das 2006 durch den früheren Deutschen Sportbund (DSB) übernommene Defizit beseitigt, verzeichne aber aufgrund drastisch gesunkener Einnahmen durch die Glücksspirale eklatante Einnahme-Einbrüche von 2,6 Millionen Euro.

Während der DSB 2006 über die Glücksspirale noch 6,8 Millionen Euro erhielt, sei diese Summe 2008 auf 4,2 Millionen geschrumpft. Auch für das kommende Jahr könne man nicht mit einer höheren Summe rechnen.

Große Geschlossenheit im noch jungen DOSB

Mit Ausnahme der Finanzen bezeichnete Bach die Halbzeitbilanz des 2006 aus DSB und dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) für Deutschland entstandenen Dachverbandes als positiv: "Der DOSB ist schneller zusammengewachsen als wir erträumt hatten. Dies ist nur gelungen, weil wir über aktuelle Fragen die Grundlagenarbeit nicht vernachlässigt haben." Viele wichtige Entscheidungen seien mit großer Geschlossenheit getroffen worden, die Bewerbung um Winter-Olympia 2018 in München sogar mit 100 Prozent Zustimmung.

Fünf Schwerpunkte für die Arbeit bis 2010 nannte Michael Vesper. Hohe Bedeutung misst der Generaldirektor der Münchner Olympia-Bewerbung zu. Vesper verwies darauf, bei Olympia in Peking habe man am Beispiel London 2012 gesehen, wie sehr eine erfolgreiche Bewerbung den Sport in einem Lande nach vorn bringen könne. Großbritannien habe 1996 in Atlanta nur einmal Gold gewonnen, in Peking 18 Olympiasiege gefeiert.

"Sehr zufriedenstellendes" Olympia-Fazit

Weitere Schwerpunktziele seien Unterstützung und Hilfe für Vereine, eine Bildungsoffensive, eine noch bessere Ausstattung des Spitzensports sowie eine Optimierung im Bereich Anti-Doping (Prävention und Kontrollen) in Zusammenarbeit mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA).

Zwei Monate nach Ende der Sommerspiele in Athen zog das Präsidium laut Bach "ein sehr zufriedenstellendes Fazit". Alle Mitglieder hätten sowohl die sportliche Bilanz mit 16 Siegen und 41 Medaillen als Erfolg angesehen als auch das Auftreten der Mannschaft in Peking positiv bewertet. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass etliche Sportarten eher erfolglos gewesen seien.

Bach lobte dabei den maßgeblich an der Vorbereitung beteiligten DOSB-Sportdirektor Bernhard Schwank, der 2010 bei Winter-Olympia in Vancouver/Kanada Chef de Mission sein wird.

Schwank kritisierte in seiner sportlichen Bilanz das Abschneiden von Leichtathleten, Ruderern, Schwimmern, Boxern und Radfahrern und lobte die Verbände für bereits erfolgte Veränderungen. Eine tiefergehende Analyse wolle er aber erst bei der Mitgliederversammlung des DOSB am 6. Dezember in Rostock-Warnemünde vorlegen.