2008.10.22 Neuss : Sinkewitz: "Radsport ist noch korrupter geworden"

Patrik Sinkewitz glaubt nicht an eine Zukunft des Radsports. Es herrsche Korruption und Dopingsünder würden gedeckt, so Sinkewitz, der auch Hans-Michael Holczer scharf kritisiert.

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Patrik Sinkewitz sieht schwarz für den Radsport

Der geständige Dopingsünder Patrik Sinkewitz hat nach all den Skandalen im Radsport auch in Zukunft wenig Hoffnung auf Besserung. "Der Fisch stinkt von oben. Je höher man im Radsport geht, desto korrupter wird es. Der Radsport ist meiner Meinung nach in den letzten Jahren sogar noch korrupter geworden. Und der Schein wird noch mehr gewahrt als noch vor einigen Jahren. Die decken sich alle selber", kritisierte der frühere T-Mobile-Profi in der Sport Bild.

Die Fahrer seien immer die Dummen, so Sinkewitz weiter: "Viel wichtiger ist ja auch die Frage: Wer deckt das alles? Da stecken Teamchefs, Verbände und sportliche Leiter dahinter. Und natürlich gibt es diverse Hintermänner. Und wenn mal einer Gegenwind reinbringt, wird er gleich ruhiggestellt."

"Entweder ist man blind oder er hat Bescheid gewusst"

Dabei wiederholte Sinkewitz seine Kritik an Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer. "Er hätte die Ergebnisse hinterfragen müssen. Entweder ist man blind - und das ist Herr Holczer nicht -, oder er hat Bescheid gewusst. Beides geht nicht. Ich kann mir vorstellen, dass Herr Holczer über systematisches Doping in seinem Team informiert war und beide Augen zugedrückt hat", sagte der frühere Deutschland-Tour-Sieger, der nach seinem umfangreichen Doping-Geständnis bislang vergeblich auf eine Anstellung im Radsport hoffte.

Holczer wehrt sich gegen die Angriffe von Sinkewitz und droht mit juristischen Schritten: "Wenn Patrik Sinkewitz uns systematisches Doping vorwirft, soll er Beweise auf den Tisch legen. Er hat sie nicht, da es so etwas bei mir nie gegeben hat. Meine Anwälte haben ihn wegen seiner betreffenden Äußerungen bereits im Auge", sagte er der Sport Bild.