2008.10.23 Neuss : Meister Bayern holt bwin ins Sponsoren-Boot

Der Sportwetten-Anbieter bwin steigt als Werbepartner von Bayern München wieder in das Fußball-Sponsoring ein. Über die finanzielle Höhe der Kooperation gab es keine Angaben.

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Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge gelang ein Sponsoring-Coup

Der Sportwetten-Anbieter bwin steigt als Werbepartner des deutschen Rekordmeisters Bayern München wieder in das Fußball-Sponsoring in Deutschland ein. Dies gaben die Vertragspartner auf einer Pressekonferenz in München bekannt. Über die finanzielle Höhe des Engagements wurden keine Angaben gemacht.

Konzern bewirbt kostenlose Pokerschule

Der Konzern bewirbt nicht sein Sportwettenangebot, sondern seine kostenlose Pokerschule. Damit wird die internationale Sponsorstrategie der Gruppe, die auf Partnerschaften mit europäischen Topklubs wie AC Mailand und Real Madrid setzt, nun auch in Deutschland umgesetzt. Zudem soll bwin auch über ein Trikotsponsoring mit britischen Spitzenklubs in Verhandlungen stehen.

"Wir wollen für unseren Partner in Brüssel und in Berlin die Lobby-Arbeit intensivieren. Die derzeitige Rechtslage in Deutschland ist aberwitzig. Wir hoffen, den Vertrag über 2010 hinaus fortsetzen zu können", sagte Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.

DFL fordert kontrollierte Zulassung von Sportwettenanbietern

Da die Firma für ihre Pokermarke keine teuren Trikotsponsorverträge abschließt, ist das Problem der Bundesligaklubs damit nicht gelöst. Auf Grund der aktuellen Rechtslage schätzt die DFL, dass dem deutschen Fußball rund 100 bis 300 Millionen Euro entgehen und fordert eine kontrollierte Zulassung von Sportwettenanbietern.

Anfang des Jahres war in Deutschland der Glücksspielstaatsvertrag in Kraft getreten und hat Internet-Glücksspiele verboten. Weil bwin über eine 18 Jahre alte DDR-Lizenz verfügt, sieht sich das Unternehmen von diesem Verbot nicht betroffen.

Zudem greift auch die EU-Kommission den Staaatsvertrag an, denn er soll gegen Europarecht verstoßen. Bis heute gibt es deutschlandweit unterschiedliche Gerichtsentscheidungen zu diesem Thema und noch keine Rechtsklarheit. Der Schachzug des FC Bayern und des neuen Partners verhindert vor diesem Hintergrund rechtliche Diskussionen, wie sie im Zuge der Werbung von bwin auf den Trikots von Werder Bremen in der letzten Saison vorgekommen waren.

Jörg Wacker, Direktor bwin in Deutschland: "Wir werden auf Grund der andauernden Diskussionen über Werbeauftritte von Sportwettenanbietern beim FC Bayern München in Deutschland mit der Pokermarke free-bwin.com auftreten. Allerdings wird international mit dem Rekordmeister die Marke bwin beworben."