2008.10.23 Neuss : Schwache Stuttgarter chancenlos beim FC Sevilla

Zum Auftakt der Gruppenphase im UEFA-Cup hat der VfB Stuttgart beim FC Sevilla eine 0:2 (0:2)-Pleite hinnehmen müssen. Romaric und Renato schossen die Spanier zum Sieg.

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Jens Lehmann rettet gegen Sevillas Adriano

Der VfB Stuttgart ist mit der befürchteten Niederlage gegen den übermächtigen FC Sevilla in die Gruppenphase des UEFA-Cups gestartet. Das überforderte Team von Trainer Armin Veh verlor nach einem Doppelschlag binnen 60 Sekunden mit 0:2 (0:2) gegen den Cupsieger von 2006 und 2007 und steht damit im nächsten Gruppenspiel am 6. November daheim gegen den serbischen Champion Partizan Belgrad schon unter Zugzwang.

"Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sevilla war einfach besser. Wir wollten länger das 0:0 halten, aber wenn man gegen so eine gute Mannschaft so schnell Gegentore kriegt, hat man halt keine große Chance", meinte Coach Veh.

Vor 30.000 begeisterten Fans im altehrwürdigen Stadion Sanchez Pizjuan sorgte der Zweite der spanischen Primera Division folglich schon vor der Halbzeit für klare Verhältnisse. Beim 0:1 machte dabei VfB-Keeper Jens Lehmann keine gute Figur, als ein direkter Freistoß des starken Ivorers Ndri Romaric aus 18 Metern in der Torwartecke einschlug (15.).

Gomez trifft nur den Pfosten

Direkt im nächsten Angriff kassierten die geschockten Stuttgarter das zweite Gegentor. Der Brasilianer Renato (16.) verwandelte aus fünf Metern unhaltbar per Kopf eine Flanke von Abdoulay Konko. Die einzige große Chance zu einem Stuttgarter Tor besaß der "spanische Schwabe" Mario Gomez, der von der Strafraumgrenze nur den Pfosten traf (63.).

Coach Veh hatte den VfB defensiv ausgerichtet, und das sollte sich rächen. Gomez, zu dessen "Heimspiel" in der Nähe der Heimat seines Vaters eigens 25 Verwandte und Freunde angereist waren, hing als einzige Spitze zumeist in der Luft. In der Abwehr konnte die Rückkehr von Khalid Bolahrouz im Duell gegen seinen Ex-Klub nicht die erhoffte Stabilität geben.

Sevilla dominierte trotz extremer Verletzungssorgen das Spiel und drängte die Gäste mit aggressivem Pressing immer wieder in die eigene Hälfte. Erst nach einer halben Stunde wachten die von 300 Fans begleiteten Stuttgarter auf, bis auf einem 16-Meter-Schuss von Martin Lanig über das Tor (32.) sprang jedoch bis zur Pause keine Chance heraus.

Nach dem Wechsel brachte Veh den Acht-Millionen-Einkauf Ciprian Marica als zweiten Angreifer. Stuttgart wirkte danach mutiger, und Nationalspieler Thomas Hitzlsperger stellte Gäste-Keeper Andreas Palop mit einem 20-Meter-Schuss vor Probleme (51.). Nach dem Pfostentreffer von Gomez zog Sevilla das Tempo jedoch wieder an und vergab Chancen auf einen höheren Sieg. Der erste Stuttgarter Erfolg im Europacup gegen ein spanisches Team seit fast 20 Jahren war in keiner Phase des Spiels in Reichweite, stattdessen blieb Sevilla auch im zehnten Saisonspiel ungeschlagen.

Die Schwaben müssen nun in den Duellen gegen Belgrad, bei Sampdoria Genua (27. November) und zuletzt gegen den belgischen Meister Standard Lüttich (18. Dezember) punkten. "Es wird schwer in dieser Gruppe Platz drei zu schaffen, aber wir wollen in die K.o.-Runde", hatte Trainer Armin Veh erklärt. Nach den Eindrücken von Sevilla wird das noch schwerer als befürchtet.