2008.10.24 Neuss : Termin zur WM-Vergabe 2018 und 2022 weiter unklar

Das Exekutivkomitee der FIFA hat keine Einigkeit darüber erzielen können, die Austragungsrechte für die WM 2018 und 2022 zeitgleich zu vergeben. Die Entscheidung wurde vertagt.

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Joseph S. Blatter und die FIFA haben sich vertagt

Die Frage, ob die Austragungsrechte für die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 zeitgleich vergeben werden können, bleibt ungeklärt, das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA hat auf seiner Sitzung am Donnerstag und Freitag keine Einigkeit darüber erzielen können. Die Entscheidung über einen entsprechenden Vorschlag von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter wurde auf die nächste Sitzung im Dezember in Tokio vertagt.

Die meisten Exekutiv-Mitglieder hatten von Blatters Absicht erst aus den Medien erfahren und fühlten sich übergangen. Franz Beckenbauer, einziger deutscher Vertreter im Exekutiv-Komitee, sagte zur Entscheidung: "Ich denke, Blatter kann damit leben."

Nachdem die Vergabe nach dem Rotations-Prinzip abgeschafft worden ist, sehen die neuen FIFA-Vorschriften nur noch vor, dass ein Kontinent frühestens zwölf Jahre nach der letzten WM wieder eine Endrunde austragen darf. Damit fallen Afrika (Südafrika 2010) und Südamerika (Brasilien 2014) zunächst durch das Raster.

Belgien und die Niederlande stehen bereit

Würde ein Land Ausrichter 2018 werden, hätten Länder vom selben Kontinent zunächst auch für die Endrunde 2022 keine Chance mehr. Diesen Automatismus wollte das Exekutivkomitee nicht mittragen. Blatter hatte seinen Vorschlag damit begründet, Austragungsländern mehr Zeit zur Vorbereitung einzuräumen.

Beobachter gehen allerdings auch davon aus, dass ein millionteurer Konkurrenzkampf zwischen interessierten Ländern vermieden werden sollte. Bislang haben Belgien und die Niederlande offiziell Interesse an der Ausrichtung der WM 2018 bekundet. In den Startlöchern stehen auch die USA, England, Spanien, China, Mexiko und Australien.

Frankreich konzentriert sich auf eine Bewerbung um die EM 2016, die erste Europameisterschaft mit 24 Mannschaften. Deutschland hat nach der Ausrichtung der WM 2006 und dem Zuschlag für die Frauen-WM 2011 zunächst kein Interesse mehr signalisiert.