2008.11.05 Neuss : Borowski sichert Bayern einen Punkt in Florenz

Bayern München ist am vierten Spieltag der Champions League nicht über ein Remis beim AC Florenz hinausgekommen. Tim Borowski traf beim 1:1 (0:1) für den deutschen Rekordmeister.

asc
Miroslav Klose (r.)

Tim Borowski hat Bayern München nach einer äußerst dürftigen Vorstellung vor der ersten Niederlage in der Champions League seit 19 Monaten bewahrt und dem Rekordmeister die Chance auf den Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse bewahrt. Der Nationalspieler rettete den vor allem in der Offensive enttäuschenden Münchnern beim 1:1 (0:1) beim AC Florenz mit seinem späten Tor zumindest einen Punkt.

Mit einem Sieg in zwei Wochen gegen Steaua Bukarest können die Bayern die Fahrkarte in die K.o.-Runde endgültig lösen. Adrian Mutu hatte die Gastgeber nach elf Minuten in Führung gebracht und die Bayern sahen schon wie die sicheren Verlierer aus, ehe Borowski in der 78. Minute doch noch traf.

Klose: "Das 1:1 ist am Ende okay"

"Wenn man in ein Spiel geht, das man nicht verlieren will, dann ist das 1:1 am Ende okay. Wir haben uns in der ersten Halbzeit zu weit nach hinten drängen lassen, in der zweiten Hälfte haben wir das besser gemacht", meinte Nationalspieler Miroslav Klose. Und Torschütze Borowski ergänzte: "Ich habe bei dem Treffer goldrichtig gestanden. In der zweiten Halbzeit haben wir gut gespielt und hätten auch noch gewinnen müssen."

Vor 40.000 Zuschauern im ausverkauften Stadio Artemio Franchi war Florenz von Beginn an die spielbestimmende Mannschaft. An der Überlegenheit der "Viola" änderte sich auch nach der Pause nichts, die Bayern liefen oft nur hinterher und hatten in der Offensive zunächst nahezu nichts zu bieten.

Auch Lukas Podolski erlebte einen schwarzen Abend. Nach seiner recht ordentlichen zweiten Halbzeit gegen Arminia Bielefeld durfte er diesmal wieder von Anfang an für den verletzten Ex-Florentiner Luca Toni neben Klose stürmen, blieb aber erneut blass. "Gegen Bielefeld hat es sehr gut geklappt mit Lukas, er hat die richtige Reaktion gezeigt. Außerdem haben wir mit ihm vorne eine zweite Anspielstation", begründete Klinsmann bei Premiere seine Maßnahme.

Weil sich der Coach für zwei Spitzen entschieden hatte, fehlte ein Mann im Mittelfeld. Die AC-Angreifer ließen sich immer wieder fallen und schufen so ein Übergewicht zugunsten der Gastgeber. Dabei überzeugte vor allem die rechte Angriffsseite. Franck Ribery, der seine defensiven Pflichten vernachlässigte, und der allzu offensiv eingestellte Linksverteidiger Ze Roberto machten es ihren Gegnern aber auch leicht.

Rensing hält Bayern mit tollen Reflexen im Spiel

So fiel das 1:0 wenig überraschend über die linke Abwehrseite der Bayern: Luciano Zauri flankte mustergültig auf Mutu, der aus zehn Metern direkt und unhaltbar für Michael Rensing vollstreckte. Nur wenig später hatte Alberto Gilardino zweimal das 2:0 auf dem Kopf, doch Rensing bewahrte seine Mannschaft mit tollen Reflexen vor einem höheren Rückstand.

In der zuletzt so überzeugend auftretenden Münchner Offensive lief dagegen wenig zusammen. Ribery bemühte sich, kam mit seinen gefürchteten Dribblings aber zu selten durch. Wenn ein Münchner im Strafraum zum Abschluss kam, schoss er überhastet - wie Podolski, Klose oder Bastian Schweinsteiger in der ersten Halbzeit. Auch bei Standardsituationen strahlten die Bayern keine Gefahr aus.

Die Münchner legten ihre Schwächen in der Offensive auch nach der Pause nicht ab. Ungenaue Zuspiele und oft zu unkonzentriertes Verhalten bei Zweikämpfen spielte Florenz in die Karten. Der stets brandgefährliche Gilardino hätte unmittelbar nach dem Seitenwechsel erhöhen können, setzte zunächst aber einen Heber über das Tor und scheiterte kurz darauf erneut an Rensing. Nach einer guten Stunde hatte Mutu mit einem Kopfball Pech, der knapp über die Latte flog.

Die Bayern kämpften nun und versuchten, größeren Druck auf das Tor von Florenz auszuüben. Einzig Podolski hatte aber eine gute Torchance, scheiterte aber an Torhüter Sebastian Frey. Auf der Gegenseite verpasste Riccardo Montolivo wenig später die mögliche Vorentscheidung. Am Ende hatte Klose (80.) sogar noch den Siegtreffer für die Münchner auf dem Fuß.