2008.11.06 Neuss : FCR legt vor, Frankfurt mit dem Rücken zur Wand

Der 1. FFC Frankfurt steht im UEFA-Cup der Frauen mit dem Rücken zur Wand. Der Titelverteidiger verlor das Viertelfinal-Hinspiel gegen den FCR Duisburg zu Hause mit 1:3 (0:3).

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Inka Grings (r.) brachte Duisburg in Führung

Nach einer bitteren Heimpleite im UEFA-Cup ist der erneute Titelgewinn für die erfolgsverwöhnten Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt in weite Ferne gerückt. Die Hessinnen verloren das "deutsche" Viertelfinal-Hinspiel gegen den Bundesliga-Rivalen FCR Duisburg nach einer schwachen Leistung mit 1:3 (0:3).

Für die überlegenen Gäste trafen Inka Grings (7.) und Linda Bresonik (37.). Zudem unterlief FFC-Abwehrspielerin Christina Plessen (19.) ein Eigentor. Die dreimalige Weltfußballerin Birgit Prinz (68.) hielt die Hoffnungen des Triple-Gewinners von 2008 am Leben.

Im Rückspiel am kommenden Donnerstag (18.00 Uhr) in Duisburg kann dem von Verletzungssorgen gebeutelten Titelverteidiger dennoch nur eine Überraschung helfen. Damit könnte für das Team von Trainer Günter Wegmann binnen weniger Wochen bereits der zweite von drei Titelträumen in dieser Saison platzen. Jüngst war der FFC bereits gegen Bayern München (0:1) im DFB-Pokal ausgeschieden, nachdem er zuvor zehnmal in Folge das Finale erreicht hatte.

Fuss: "Nicht zu sicher sein"

"Duisburg hat völlig verdient gewonnen. Frankfurt hat die erste Halbzeit verschlafen", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger, der das Spiel vor Ort verfolgte. Duisburgs Nationalspielerin Sonja Fuss warnte derweil vor verfrühter Freude: "Wir haben uns eine gute Ausgangslage geschaffen, aber wir dürfen uns nicht zu sicher sein, denn Frankfurt ist immer gefährlich."

Conny Pohlers, die dem FFC verletzte fehlte, hat die Hoffnung auch noch nicht aufgegeben. "Es ist noch nichts verloren. Wir dürfen den Kopf nicht hängen lassen", sagte die Weltmeisterin.

Auch Smisek muss passen

Vor 2180 Zuschauern musste Frankfurts Trainer Wegmann neben den Langzeitverletzten Pohlers, Silke Rottenberg, Karolin Thomas, Alexandra Krieger und Pia Wunderlich kurzfristig auch noch Weltmeisterin Sandra Smisek (Grippe) ersetzen. Die personell äußerst angespannte Situation war dem dreimaligen UEFA-Cup-Sieger von Beginn an anzumerken.

Vor den Augen von DFB-Trainerin Silvia Neid wirkte besonders die Abwehr der Frankfurterinnen völlig verunsichert. Bezeichnend, dass sich die beiden Innenverteidigerinnen Tina Wunderlich und Gina Lewandowski beim Duisburger Führungstreffer gegenseitig behinderten. Stürmerin Grings, die die Torschützenliste der Bundesliga derzeit mit elf Treffern anführt, musste aus zehn Metern nur noch einschieben.

In Christina Plessen war auch beim 0:2 eine Defensivkraft beteiligt. Eine Ecke von Annemieke Kiesel lenkte die Außenverteidigerin unglücklich ins eigene Netz. In der Folge hätten die Gäste weitere Treffer erzielen können. Doch Grings scheiterte mehrfach (23./28./33.) knapp.

Dagegen kam Frankfurt in der ersten Halbzeit lediglich durch Birgit Prinz (30.) zu einer einzigen Chance. Besser machte es auf der Gegenseite Weltmeisterin Bresonik, die nach einer Flanke von Jennifer Oster noch vor dem Wechsel zum vorentscheidenden 3:0 traf.

Auch im zweiten Abschnitt konnte der FFC seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden, während die Elf von Trainerin Martina Voss die Führung klug verwaltete. Erst als Prinz das FCR-Bollwerk zum ersten Mal überwunden hatte, wurden die Gastgeberinnen noch etwas stärker, ohne aber ein weiteres Mal erfolgreich sein zu können.