2008.11.06 Neuss : Frankfurt und Duisburg begegnen sich auf Augenhöhe

Im UEFA-Cup-Viertelfinale fordert Vize-Meister FCR Duisburg den Triple-Gewinner FFC Frankfurt heraus. Vor dem Hinspiel im Prestigeduell plagen beide Teams Personalsorgen.

bbi1
Duisburgs Corina Schröder im Duell mit Kerstin Garefrekes vom FFC Frankfurt

Frühes Aus im DFB-Pokal, drei unerwartete Saison-Niederlagen und immer wieder personelle Rückschläge: Der Druck auf den lange als unbesiegbar geltenden Frauen-Meister und Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt könnte vor dem Viertelfinal-Hinspiel im UEFA-Cup gegen den Bundesliga-Konkurrenten FCR Duisburg heute (14.30 Uhr/live im hr-Fernsehen) kaum größer sein. "Natürlich ist das für uns eine ungewohnte Situation. Besonders das Ausscheiden im DFB-Pokal hat weh getan, aber wir lassen die Köpfe nicht hängen", versicherte Frankfurts Nationalspielerin Saskia Bartusiak vor dem Prestigeduell mit dem Vize-Meister aus Duisburg, der in dieser Runde erstmals im Europacup an den Start geht.

Der durchwachsene Saisonstart und die nicht enden wollende Verletzungsmisere hat beim dreimaligen UEFA-Cup-Gewinner bereits Spuren hinterlassen. Von der einstigen Vormachtstellung der Hessinnen jedenfalls will der neue Coach Günter Wegmann derzeit nichts wissen. "Die Chancen sind für beide Mannschaften gleich groß. Es ist eine Begegnung auf Augenhöhe, die Chancen stehen 50:50. Die Tagesform wird entscheiden", erklärte Wegmann vor der Woche der Wahrheit, in der für den siebenmaligen Meister bereits der zweite von drei Titelträumen platzen könnte. Das Rückspiel findet am 13. November im "PCC-Stadion" in Duisburg (18.00) statt.

Frankfurt unter Druck, Duisburg hat nichts zu verlieren

Auch Wegmanns Trainerkollegin Martina Voss sind die Probleme des FFC, der weiter auf seine Langzeitverletzten Silke Rottenberg, Conny Pohlers, Pia Wunderlich, Karolin Thomas und Alexandra Krieger verzichten muss, nicht entgangen. "Der Vorsprung auf einige andere Teams hat sich schon verringert. Die Frankfurterinnen mussten das Verlieren lernen. Aber dadurch kann man auch an Stärke gewinnen", meinte die Duisburger Ex-Nationalspielerin und sieht den Triplesieger von 2008 auch deshalb als "leichten Favoriten". Voss: "Der FFC ist Titelverteidiger, hat viel Erfahrung und ein großes Renommee. Wir dagegen haben nichts zu verlieren, aber können viel gewinnen."

Der derzeitige Tabellen-Vierte vom Niederrhein hat in Inka Grings immerhin die bislang in der laufenden Bundesliga-Runde treffsicherste Spielerin (elf Tore) in seinen Reihen. "Unser Augenmerk muss auch deshalb vor allem auf der Offensivabteilung der Duisburgerinnen liegen", fordert Wegmann eine hellwache FFC-Defensive. Die eigene Angriffsreihe bereitet dem Frankfurter Coach indes einige Sorgen. Die dreimalige Weltfußballerin Birgit Prinz plagt sich bereits seit Wochen mit einer Entzündung im Fuß, ihre Nationalmannschafts-Kollegin Kerstin Garefrekes hat Probleme mit der Schulter.

Doch auch Voss kann ihre Formation vor den Augen von DFB-Präsident Theo Zwanziger und DFB-Trainerin Silvia Neid im Stadion am Brentanobad nicht in Bestbesetzung aufs Feld schicken. Neben Weltmeisterin Fatmire Bajramaj (Außenmeniskus-OP) fehlen auch Turid Knaak, Hasret Kayikci sowie Alexandra Popp. Das Trio ist derzeit für das deutsche Team bei der U17-WM in Neuseeland im Einsatz. Den Wunsch des FCR Duisburg, aufgrund dessen das Viertelfinale um einige Wochen zu verschieben, hatte die UEFA abgelehnt. Auch der FFC stellt in Svenja Huth eine Nationalspielerin für die Nachwuchs-Titelkämpfe ab.