2008.11.07 Neuss : Rathgeb fehlt Rostock bis zur Winterpause

Hansa Rostock muss bis Weihnachten auf Tobias Rathgeb verzichten. Der Mittelfeldspieler unterzog sich einer Leisten-OP. Trainer Pagelsdorf braucht derweil dringend einen Sieg.

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Hansa Rostock hinkt den eigenen Ansprüchen hinterher

Zweitligist Hansa Rostock muss im Heimspiel gegen den VfL Osnabrück am Sonntag (14.00 Uhr/live bei Premiere) auf Tobias Rathgeb verzichten. Der Mittelfeldspieler wurde am Freitag an beiden Leisten operiert und fällt bis zur Winterpause aus. Neben dem 26-Jährigen fehlen den Hanseaten gegen Osnabrück noch Fin Bartels (Handbruch) und Zafer Yelen (Reha nach Leisten-OP).

Pagelsdorf ohne Angst um seinen Job

Hansa-Trainer Frank Pagelsdorf steht gegen die Niedersachsen derweil unter Erfolgsdruck. Nach elf Spieltagen hat der Bundesliga-Absteiger nur 13 Punkte auf dem Konto. Zuletzt kassierten die Rostocker, die den Wiederaufstieg als Saisonziel ausgegeben haben, zwei Niederlagen in Folge. "Es ist ein wegweisendes Spiel. Niemand ist unantastbar, auch der Trainer muss sich Kritik anhören. Wenn der sportliche Erfolg nicht da ist, wird alles hinterfragt", sagte Hansa-Vorstandschef Dirk Grabow.

Coach Pagelsdorf gab sich dagegen gelassen: "Ich habe mir noch nie Sorgen um meinen Job gemacht. Ich erwarte aber, dass es von der Mannschaft eine Reaktion geben wird", erklärte der 50-Jährige.

Beinlich bietet Hilfe an

Unterdessen bot der ehemalige Mannschaftskapitän Stefan Beinlich seine Hilfe an. "Ich bin jederzeit bereit, in verantwortlicher Position zu Hansa Rostock zurückzukehren, dann aber mit entsprechenden Kompetenzen ausgestattet. Das Angebot, das der Verein mir im Sommer unterbreitet hat, war schlichtweg nicht akzeptabel", sagte Beinlich der Tageszeitung Die Welt. Der Mittelfeldspieler musste vergangene Saison seine Karriere wegen einer Knieverletzung beenden und hatte im Juni ein Angebot als Teammanager des Zweitligisten wegen zu geringer sportlicher Einflussnahme abgelehnt.

Beinlich wiederholte zudem seine Kritik am derzeitigen Vorstand: "Der direkte Wiederaufstieg ist so, wie man jetzt aufgestellt ist, nicht möglich. Leute, die sagen, dass hier alles ausgereizt ist, haben Unrecht", erklärte der ehemalige Nationalspieler: "Hier ist viel mehr drin. Es wurde aber der Umbruch versäumt, und nun steckt Hansa tief in der Krise."