2008.11.08 Neuss : "Bayer-Elf" peilt die Tabellenspitze an

Tabellenführer 1899 Hoffenheim greift erst am Sonntag ins Bundesliga-Geschehen ein. Somit kann sich Bayer Leverkusen mit einem Sieg beim KSC vorübergehend an die Spitze setzen.

chle1
Auf Erfolgskurs: Bayer-Coach Bruno Labbadia

In Abwesenheit von Tabellenführer 1899 Hoffenheim und Rekordmeister Bayern München, die erst zum Abschluss des zwölften Bundesliga-Spieltages antreten, richten sich heute alle Augen auf die Champions-League-Versager von Werder Bremen sowie auf Hoffenheim-Verfolger Bayer Leverkusen (15.30 Uhr/live bei Premiere). Die "Bayer-Elf" kann mit einem Sieg beim angeschlagenen Karlsruher SC zumindest vorübergehend wieder die Tabellenspitze erobern.

"Die Mannschaft macht derzeit nicht den Eindruck, dass sie nachlässt. Unsere Jungs sind weiter hungrig und gierig nach Erfolg. Ich hoffe, dass sich das am Samstag bestätigt", erklärte Leverkusens Coach Bruno Labbadia, der seine Mannschaft aber davor warnte, die zuletzt fünfmal in Serie geschlagenen Badener zu unterschätzen: "Karlsruhe ist besser als es der Tabellenplatz aussagt. Ein Team, das Bayern München Paroli bieten kann, wird das auch gegen uns versuchen."

Alarmstimmung bei Werder Bremen

Während Leverkusen bereits leise vom Titel träumt, sucht Werder Bremen den Weg zurück in die Erfolgsspur. Dem 5:1 in der Bundesliga folgte ein peinliches 0:3 in der "Königsklasse" gegen Panathinaikos Athen. Nach nur einem Sieg aus den letzten acht Pflichtspielen herrscht beim einstigen Vorzeigeklub Alarmstimmung. Nach der Pleite gegen Athen sah sich Bremens Sportdirektor Klaus Allofs sogar gezwungen, Trainer Thomas Schaaf öffentlich den Rücken zu stärken.

"Wir dürfen uns jetzt nicht verrückt machen und auf dem Platz anfangen zu zittern. Es ist ja nicht so, dass wir so verunsichert sind, dass wir keinen Ball mehr treffen", sagte Schaaf, der auf den verletzten Nationalspieler Clemens Fritz verzichten muss und die Diskussion um seine Zukunft normal findet: "Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, wird diskutiert und hinterfragt. Ich bin ein Teil des Ganzen, deshalb wundert mich das nicht."

Brisanz steckt am Samstag auch in der Partie zwischen dem Hamburger SV und Borussia Dortmund. Während der BVB auf fremdem Platz bereits fünfmal remis spielte und beim HSV auch mit einem Zähler zufrieden wäre, wollen die Gastgeber unbedingt drei Punkte. "Ich erwarte, dass wir drei Punkte holen. Wir wollen eine Serie starten und keine Achterbahnsaison erleben", sagte Nationalspieler Piotr Trochowski.

In Hamburg treffen wohl auch Mladen Petric und Mohamed Zidan aufeinander. Petric war im Sommer vom BVB nach Hamburg, Zidan dafür im Tausch nach Dortmund und damit unter die Fittiche seines Ziehvaters Jürgen Klopp gewechselt. "Natürlich ist es für mich ein ganz besonderes Spiel. Schön wäre es, wenn wir meine ehemaligen Teamkameraden mit einer Niederlage nach Hause schicken", sagte Petric.

Abstiegskampf in Bielefeld

Bielefelds Trainer Michael Frontzeck, als Spieler lange Jahre bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag, trifft mit seiner Arminia nicht nur auf seinen ehemaligen Verein, sondern in Hans Meyer auch auf seinen ehemaligen Lehrmeister. Unter Meyer, der die Borussia von Jos Luhukay übernommen hatte, war Frontzeck Assistent in Mönchengladbach.

Für 90 Minuten werden allerdings alle Freundschaftsbande ruhen, schließlich geht es für die Teams mit den nach Bremen schlechtesten Defensiven um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenverbleib. Die Bielefelder gewannen keine der letzten sechs Partien. An neun ihrer zwölf Tore war der achtfache Saisontorschütze Artur Wichniarek beteiligt. Der letzte Bundesliga-Auswärtssieg der Borussia stammt vom 3. Februar 2007, als sich Heynckes-Nachfolger Luhukay mit einem 2:0 in Bielefeld in seinem ersten Spiel einen Cheftrainer-Vertrag verdiente.

Tabellenschlusslicht Energie Cottbus muss beim VfL Wolfsburg antreten. Die "Wölfe" sind seit dem 15. April zu Hause ungeschlagen und sammelten auch in dieser Spielzeit bereits 13 Punkte aus fünf Heimspielen. Die Gäste aus der Lausitz erzielten bisher lediglich zwei Treffer auf des Gegners Platz, konnten damit aber immerhin fünf ihrer bislang sechs Punkte einfahren.