2008.11.09 Neuss : Becker: "Dieser Punkt bringt uns weiter"

Trainer Edmund Becker erklärte im Interview, dass das 3:3-Remis gegen Bayer Leverkusen wichtig für die Moral des Karlsruher SC gewesen sei. Doch sein Team müsse nun nachlegen.

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KSC-Trainer Edmund Becker

Gegenüber den fragenden Journalisten machte Edmund Becker keinen Hehl aus seiner Freude über das wacker erkämpfte 3:3-Unentschieden gegen Bayer Leverkusen. Doch der Trainer des Karlsruher SC forderte sogleich Konzentration auf die kommende Aufgabe bei Energie Cottbus.

Frage: "Herr Becker, ihr Team hatte die vergangenen fünf Spiele verloren und lag nach 24 Minuten bereits 0:3 zurück. Was lief in der Anfangsphase schief?"

Edmund Becker: "Für uns war es nach den letzten Ergebnissen natürlich eine schwierige Situation. Wir mussten gegen eine Mannschaft antreten, die zuletzt gezeigt hat, zu was sie fähig ist. Diese Fähigkeiten haben die Leverkusener dann auch umgesetzt - wenn auch mit unserer Unterstützung."

Frage: "Dennoch kam ihre Mannschaft zurück und schaffte noch ein Unentschieden. Was war der Auslöser dieser famosen Aufholjagd?"

Becker: "Nach dem 0:3 war es für uns natürlich nicht einfacher. Unser erstes Tor durch Antonio da Silva vor der Pause war sehr wichtig, nach dem zweiten durch Tim Sebastian waren wir richtig wach. Die Truppe hat dann mit Leidenschaft gespielt und wurde mit dem Unentschieden belohnt. Mein Kompliment an die Einstellung der Mannschaft."

Frage: "Ihr Gegenüber Bruno Labbadia sprach von einer gefühlten Niederlage. Sind sie der gefühlte Sieger"?

Becker: "Nach den Rückschlägen der letzten Wochen war dieser Punkt vor allem für die Moral natürlich ganz wichtig. Aber wir dürfen uns jetzt nicht tagelang freuen und dann nachlässig nach Cottbus zum nächsten Spiel fahren. Das sind die wichtigen Spiele für uns, dort müssen wir bestehen. Dort können wir den Punktgewinn aufwerten."

Frage: "Wie haben sie als Trainer die Krise der vergangenen Wochen erlebt?"

Becker: "Der Verlauf zuletzt war ja nicht so, dass wir uns permanent desolat präsentiert haben. Aber die logische Konsequenz aus den Niederlagen ist eben, dass man spielerisch abbaut. Wenn das Selbstvertrauen fehlt, geht auch das spielerische Element verloren. Dann muss es eben zunächst über den Kampf gehen und es war wichtig, dass die Mannschaft diesmal für den Kampf belohnt wurde."

Frage: "Was wäre mit der Mannschaft passiert, wenn sie die sechste Pleite in Folge kassiert hätte?"

Becker: "Mit sechs Niederlagen wäre der Rucksack natürlich immer schwerer geworden. Deshalb bringt uns auch dieser eine Punkt weiter."

Frage: "Wie erging es ihnen an der Seitenlinie, als sie nach 33 Sekunden schon 0:1 in Rückstand gerieten?"

Becker: "Das ist so, als ob dir jemand mit dem Vorschlaghammer gegen die Stirn schlägt."