2008.11.09 Neuss : Spitzenreiter Kiel lässt Verfolger Lemgo abblitzen

Mit einem klaren 33:23 (18:11)-Erfolg hat Handball-Rekordmeister THW Kiel den Ansturm des TBV Lemgo souverän abgewehrt und seine Tabellenführung ausgebaut.

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Jubel bei den Kielern Stefan Lövgren (l.) und Marcus Ahlm

Handball-Rekordmeister und Bundesliga-Spitzenreiter THW Kiel hat am elften Spieltag Verfolger TBV Lemgo in die Schranken gewiesen und seine Tabellenführung gefestigt. Die Norddeutschen setzten sich mit 33:23 (18:11) gegen die Ostwestfalen durch und haben mit 21:1 Punkten nun vier Zähler Vorsprung auf die Verfolger. Lediglich beim völlig überraschenden Unentschieden gegen Aufsteiger TSV Dormagen am ersten Spieltag hatte Kiel einen Sieg verpasst.

Da die Lemgoer mit Trainer Markus Baur in ihrer besten Spielzeit seit Jahren die zweite Niederlage hinnehmen mussten und mit 17:5 Punkten etwas an Boden einbüßten, bleibt Vizemeister SG Flensburg-Handewitt (17:3 Punkte) Zweiter hinter dem alten Rivalen THW. Die Flensburger waren am Wochenende im Champions-League-Einsatz und machten mit einem 34:25 (14:15) beim isländischen Meister Haukar Hafnarfjördur einen Riesenschritt Richtung Hauptrunde.

Kreisläufer Ahlm trifft zweistellig

Vor 10.250 Zuschauern, darunter erstmals nach seinem Abschied Ende Juni auch der frühere THW-Erfolgstrainer Noka Serdarusic, waren die Kieler auch ohne den verletzten Olympiasieger Nikola Karabatic von Beginn an die dominierende Mannschaft. Kapitän Stefan Lövgren führte im Tempospiel klug Regie und im Tor war Thierry Omeyer wieder einmal gut aufgelegt. Bester Werfer für die "Zebras" war Kreisläufer Marcus Ahlm mit zehn Treffern vor Lövgren (7). Für den TBV war der frühere Kieler Sebastian Preiß viermal erfolgreich.

Immer besser in Form kommt derweil der HSV Hamburg. Die schlecht in die Saison gestarteten Hanseaten siegten bei der HSG Nordhorn (17:5) mit 33:29 (13:17) und feierten den siebten Pflichtspielsieg in Folge. Dabei ging die Mannschaft von Trainer Martin Schwalb angeführt vom überragenden Torhüter Per Sandström erst in der 45. Minute beim 25:24 erstmals in Führung.

"Wir haben zwei unterschiedliche Spiele gesehen und mit der ersten Halbzeit kann ich nicht zufrieden sein. Die HSG hat sensationellen Handball gespielt und Druck entfacht. In der zweiten Hälfte war das komplett anders", sagte Schwalb. In der Liga bleiben die Hamburger mit 13:7 Punkten als Achter dennoch weit von der Spitze entfernt.

Magdeburg rückt auf Rang sechs vor

Überraschender Tabellenfünfter ist trotz einer 23:27 (12:8)-Heimniederlage gegen die Füchse Berlin weiter Frisch Auf Göppingen. Dahinter rückte der punktgleiche SC Magdeburg mit einem letztendlich ungefährdeten 28:24 (14:9)-Sieg beim Tabellen-14. HBW Balingen-Weilstetten auf den sechsten Rang.

Im Tabellenkeller feierte die HSG Wetzlar einen wichtigen Auswärtssieg bei Schlusslicht Stralsunder HV (30:17). Auch GWD Minden fuhr mit dem 30:24 (14:10) gegen Aufsteiger TSV Dormagen wichtige Punkte gegen den Abstieg ein.

Im ersten Spiel nach der eingereichten Insolvenz gab Tusem Essen eine große Überraschung unnötig aus der Hand. Beim VfL Gummersbach verloren die Essener mit 30:32 (19:13) und verspielten dabei in der zweiten Halbzeit, in der sie in den ersten zehn Minuten nur ein Tor warfen, eine Sechs-Tore-Führung. Damit warten die Essener, die bereits als erster Absteiger feststehen, weiter auf ihren zweiten Saisonsieg und bleiben Tabellenvorletzter.