2008.11.13 Neuss : Frankfurt will frühes UEFA-Cup-Aus verhindern

Nach der 1:3-Hinspielpleite im Viertelfinale des UEFA-Cups steht der 1. FFC Frankfurt mit dem Rücken zur Wand. Beim FCR Duisburg will der Titelverteidiger das Blatt wenden.

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Birgit Prinz soll dem FFC zum Sieg verhelfen

Jahrelang war der 1. FFC Frankfurt schier unbesiegbar. Doch im Aushängeschild des deutschen Frauen-Fußballs sind in dieser Saison erste Kratzer zu sehen. Nach der 1:3-Hinspielpleite im Viertelfinale des UEFA-Cups droht sogar das frühe Aus. Doch das wollen die Triple-Siegerinnen am heutigen Donnerstag im Rückspiel beim FCR Duisburg (18.00 Uhr) unbedingt verhindern und holen zum Gegenschlag aus.

"Die Heimniederlage ist abgehakt. Inzwischen haben wir die Fehler analysiert und die Mannschaft wieder aufgebaut. Wir gehen mit Zuversicht daran, die Sache zu drehen", erklärte Frankfurts Trainer Günter Wegmann vor dem vielleicht wichtigsten Spiel der Saison. Die derzeit verletzte Nationalspielerin Conny Pohlers appellierte derweil an den Kampfgeist ihrer Kolleginnen: "Wir dürfen den Kopf nicht hängen lassen. Es ist noch nichts verloren."

Doch nach dem vorzeitigen Aus im DFB-Pokal und bereits vier Niederlagen in der laufenden Spielzeit ist von der einstigen Dominanz der Hessinnen nicht mehr viel übrig geblieben.

Krahn: "Frankfurt steht mit dem Rücken zur Wand"

Die allgemeine Verunsicherung bei Birgit Prinz und Mitspielerinnen spürt auch UEFA-Cup-Debütant Duisburg. "Frankfurt steht mit dem Rücken zu Wand. Wir haben die bessere Ausgangsposition", betonte FCR-Nationalspielerin Annike Krahn, mahnte aber gleichzeitig zur Konzentration: "Wir müssen erst einmal zeigen, dass wir in der Lage sind, den Vorsprung zu halten oder sogar auszubauen."

Ungeachtet des komfortablen Vorsprungs warnte auch Duisburgs Trainerin Martina Voss vor Übermut. "Wir sind noch längst nicht durch. Das ist ein gefährliches Ergebnis. Schon auf der Rückfahrt nach dem Hinspiel war uns klar, dass es in der zweiten Partie ungleich schwerer werden wird", sagte die Ex-Nationalspielerin, die auf 2500 Zuschauer im Stadtteil Homberg hofft.

Nach dem Gewinn des deutschen Meistertitels 2000 und des DFB-Pokals 1998 wäre das Erreichen des Europacup-Halbfinals für die "Voss-Elf" der größte Erfolg. Dagegen würde ein Ausscheiden die Stimmung beim dreimaligen UEFA-Cup-Sieger aus Frankfurt weiter verschlechtern. Zumal die nicht enden wollende Verletztenmisere dem derzeitigen Tabellen-Dritten der Bundesliga aufs Gemüt schlägt.

Verletztenmisere soll nicht als Ausrede dienen

In Duisburg fehlen weiterhin Conny Pohlers, Silke Rottenberg Pia Wunderlich, Karolin Thomas und Alexandra Krieger. Auch die Weltmeisterinnen Birgit Prinz (Fußverletzung) und Kerstin Garefrekes (Schulterblessur) sind noch nicht wieder hundertprozentig fit, können aber auflaufen. "Trotzdem dürfen wir die personelle Situation nicht immer als Ausrede benutzen", sagte Wegmann und will sein Rumpf-Team nach dem Hinspiel-Debakel in die Pflicht nehmen.

Bei den Gastgeberinnen wird Fatmire Bajramaj nicht auflaufen können. Die Weltmeisterin, die erst im Hinspiel nach einer Pause wegen einer Meniskus-OP ihr Comeback gefeiert hatte, musste das Abschlusstraining mit Verdacht auf eine Fraktur im Sprunggelenk abbrechen.

Außerdem müssen erneut Turid Knaak, Hasret Kayikci sowie Alexandra Popp ersetzt werden. Das Trio ist derzeit für das DFB-Team bei der U17-WM in Neuseeland im Einsatz. Dagegen will die Niederländerin Annemieke Kiesel nach ihrem im Hinspiel erlittenen Nasenbeinbruch mit einer Gesichtsmaske spielen.