2008.11.15 Neuss : Culcay-Keth verpasst EM-Gold

Gold verloren, Silber gewonnen. Weltergewichtler Jack Culcay-Keth ist trotz des verlorenen Finales bei der EM in Liverpool neuer Hoffnungsträger des Deutschen Amateur-Box-Verbands.

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Jack Culcay-Keth

Jack Culcay-Keth hat am Samstag bei den Europameisterschaften in Liverpool das erhoffte Gold verpasst. Damit blieb der Deutsche Amateur-Box-Verband (DABV) erstmals seit den EM-Titelkämpfen 1961/1963 zweimal in Serie ohne Sieg.

Der Darmstädter musste mit Silber Vorlieb nehmen, da er bei einer 5:3-Führung das Weltergewichts-Finale gegen den starken Weißrussen Mohamed Nurudsinau durch RSC in der 3. Runde verlor. Im Halbfinale hatte er den Franzosen Jaoid Chigeur noch deutlich mit 9:1 geschlagen.

"Wird seinen Weg machen"

Damit scheiterte der gebürtige Ecuadorianer, der im Alter von fünf Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland gezogen war, erneut unglücklich. Allerdings war er weit erfolgreicher als beim frühren Aus bei Olympia und der WM. "Er besitzt enormes Potential und wird seinen Weg machen", lobte Bundestrainer Adolf Angrick den erfolgreichsten Deutschen der EM.

Bronze für Krause und Makarov

Zwei andere Boxer haben die deutsche Bronze-Bilanz der EM auf exakt 100 Medaillen geschraubt. Der Leverkusener Halbschwergewichtler Rene Krause verlor den Kampf um den Finaleinzug mit 3:8 gegen den Weißrussen Siarhei Karnejeu, der Bottroper Denis Makarov musste sich im Halbfinale des Bantamgewicht dem Engländer Luke Campbell mit 1:4 geschlagen geben.

Nach den drei Medaillen fand Angrick: "Wir sehen wieder Licht am Ende des Tunnels. Die Erfolge geben uns Auftrieb und stimmen uns für Olympia 2012 optimistisch." Bei den Sommerspielen in Peking waren noch alle vier Deutschen in Runde eins gescheitert. Dies hatte auch die Ablösung von Chef-Bundestrainer Helmut Ranze zur Folge gehabt.

Vorzeitig schieden in Liverpool drei der sechs Kämpfer des Deutschen Amateur-Box-Verbandes (DABV) aus. Gleich zum Auftakt Artur Schmidt (Marl-Hüls/bis 60 Kilo) und später Sandro Schaer (Demmin/57 kg) und Slawa Kerber (Seelze/64 kg).