2008.11.15 Neuss : Tourenwagen-WM erlebt Wachablösung

Erstmals in der Geschichte der Tourenwagen-WM wird am Sonntag ein Seat-Fahrer zum Champion gekürt. Abonnementmeister BMW, der alle bisherigen Titel gewann, geht diesmal leer aus.

chle1
Andy Priaulx geht nach drei WM-Titeln in diesem Jahr leer aus

Wachablösung in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft: Zum ersten Mal nach der offiziell fünften Saison mit diesem Prädikat wird kein BMW-Pilot den Titel holen. Nach dem dreimaligen Champion Andy Priaulx aus Großbritannien (2005 bis 2007) wird 2008 ein Seat-Fahrer zum Champion gekürt. Bereits in der Premierensaison 1987 konnte sich der italienische BMW-Pilot Roberto Ravaglia den Titel sichern, bevor die Rennserie eingestellt wurde und in den Jahren danach bis 2005 nicht mehr stattfand.

Vor dem Saisonfinale am Sonntag (5.00 Uhr und 6.15 Uhr MEZ/live bei Eurosport) in Macau/China haben nun nur noch die Seat-Piloten Yvan Muller aus Frankreich und der Italiener Gabriele Tarquini Titelchancen.

Muller hat die deutlich besseren Karten. Mit 100 Punkten liegt er 14 Zähler vor dem früheren Formel-1-Piloten Tarquini. Zudem sicherte sich der Franzose Startplatz drei, während sich Tarquini in der Qualifikation mit Rang acht begnügen musste. Allerdings war Muller schon im letzten Jahr punktgleich mit Priaulx als Spitzenreiter nach Macau gekommen. Ein technischer Defekt hatte dann aber den erhofften Titelgewinn verhindert.

Seat-Sportdirektor Jaime Puig hat freie Fahrt für seine beiden Piloten signalisiert, nachdem feststeht, dass die spanische VW-Tochter in diesem Jahr beide Titel holt. In Okayama/Japan hatten die Iberer bereits den Herstellertitel gewonnen und dabei Titelverteidiger BMW nach drei Siegen in Folge vom Thron gestoßen.

Hülkenberg verzichtet auf Saisonfinale der Formel 3

Unterdessen ist beim 55. Macau-Grand-Prix der Formel 3 kein deutscher Fahrer am Start. Euroserien-Champion Nico Hülkenberg aus Emmerich verzichtet zu Gunsten von GP2-Testfahrten auf einen Start im Spielerparadies. Zu den aussichtsreichsten Kandidaten auf den prestigeträchtigen Sieg im inoffiziellen Formel-3-Weltfinale zählt Euroserien-"Vize" Edoardo Mortara in einem VW-Dallara.