2008.11.19 Neuss : Erstmals drei Preisträger beim Julius-Hirsch-Preis

Zum ersten Mal hat der DFB in diesem Jahr den Julius-Hirsch-Preis an drei Preisträger verliehen. Die Ehrungen gingen an Initiativen gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit.

osch1
Der Julius-Hirsch-Preis 2008

Auch in diesem Jahr hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wieder besonderes soziales Engagement mit dem Julius-Hirsch-Preis geehrt. Die Auszeichnung ging am Mittwoch in Berlin an Initiativen aus Düren, Leipzig und Bremen, die sich nachhaltig gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit eingesetzt haben.

"Der Mut der Initiativen, sich mit anderen Menschen auseinanderzusetzen, ist beeindruckend. Ich glaube, dass die Arbeit mit Fanprojekten Früchte trägt. Mein Eindruck ist, dass es heute viele Fans gibt, die nicht mehr wegschauen", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger bei der Verleihung im Jüdischen Museum wenige Stunden vor dem Länderspiel Deutschland gegen England.

Hauptpreisträger ist die Initiative "Fußballvereine gegen Rechts" aus Düren. Das bereits 2001 initiierte Projekt erhält ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Den zweiten Platz (6000 Euro) vergab die Jury an die in Leipzig beheimatete Faninitiative "Bunte Kurve". Die Anti-Diskriminierungskampagne von Werder Bremen, ein Kooperationsprojekt des Vereins mit dem Bremer Fan-Projekt und dem Dachverband der Bremer Fan-Klubs, wurde auf den dritten Platz (4000 Euro) gewählt.

Bewerbungen bestachen durch hohe Qualität

Die Gewinner-Projekte waren vor einem Monat von einer Jury unter der Leitung des ehemaligen Bundesinnenministers Otto Schily ausgewählt worden. Aufgrund der hohen Qualität der insgesamt 43 Bewerbungen erkannte die Jury den Preis erstmals in abgestufter Platzierung gleich drei Kandidaten zu. Dieses Verfahren ist auch künftig so vorgesehen.

Der Preis in Erinnerung an den in Auschwitz ermordeten jüdischen Fußball-Nationalspieler Julius Hirsch (1892 bis 1943) war vom DFB im Jahr 2005 als eine Konsequenz aus der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Rolle des Verbandes in der NS-Zeit gestiftet worden. Er zeichnet den Einsatz für Toleranz und Menschenwürde, gegen Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus aus.

Der Jury gehörten neben Schily und Zwanziger unter anderem auch DOSB-Präsident Thomas Bach, die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, und Maria Böhmer, die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, sowie Vertreter der Kirchen und der Familie Hirsch an.