2008.11.21 Neuss : Für Karlsruhe zählt gegen Dortmund nur ein Sieg

Im Freitagspiel der Bundesliga will der KSC einen Heimsieg gegen den BVB einfahren. Gespannt darf man dabei auf die Rückkehr des Ex-Karlsruhers Hajnal an alte Wirkungsstätte sein.

jha
Will auch gegen seinen Ex-Klub jubeln: Tamas Hajnal

Wenn es nach der persönlichen Bilanz von Jürgen Klopp gehen würde, dann könnte der Karlsruher SC die Punkte schon vor dem heutigen Freitagspiel der Bundesliga gegen Borussia Dortmund (20.30 Uhr/live bei Premiere) per Post an den BVB schicken. Schließlich hat der Dortmunder Coach noch nie - weder als Spieler noch als Trainer - gegen den KSC verloren. Dennoch wollen die Badener, die zuletzt nur einen von 21 möglichen Punkten geholt haben, diese Negativserie unter allen Umständen beenden und den ersten Schritt aus der Krise machen.

Allerdings haben die erschreckende Bilanz der vergangenen Spiele, die jüngste 0:1-Pleite bei Schlusslicht Energie Cottbus und der Absturz auf den Relegationsplatz tiefe Spuren beim KSC hinterlassen. In mehreren Gesprächen der Profis untereinander sowie zwischen Trainer Edmund Becker und dem Mannschaftsrat wurde in den vergangenen Tagen Ursachenforschung betrieben. Das Ergebnis der Analyse liegt auf der Hand: Gegen den BVB zählt nur ein Sieg.

"Wir müssen punkten"

"Allen ist klar, um was es geht. Wir müssen punkten, da ist es völlig egal, wie der Gegner heißt", sagte Ersatz-Kapitän Christian Eichner, der den nach wie vor verletzten Maik Franz (Fersenödem) als Chef auf dem Platz vertreten muss. Innenverteidiger Martin Stoll, der Franz in der Abwehr ersetzt, hat sogar bereits mit dem Rechnen begonnen: "Unser Ziel muss es sein, 20 Punkte bis zur Winterpause zu holen."

"Sein Wort in Gottes Ohr", kommentierte der von Manager Rolf Dohmen mit einer Jobgarantie ausgestattete Becker das ziemlich unrealistische Vorhaben Stolls. Schließlich hat der KSC nach den bisherigen 13 Spieltagen erst die Hälfte der angestrebten Zähler auf dem Konto.

Für den Coach stehen deshalb andere Ziele im Vordergrund: "Dortmund hat einen guten Lauf und ist individuell ungeheuer stark besetzt. Für uns gilt, dass wir die Zweikämpfe annehmen und gewinnen müssen. Wir müssen aber endlich auch das umsetzen, was wir uns vornehmen."

Treffsicherer Stürmer gesucht

Da es bei der Umsetzung vor allem vor dem gegnerischen Tor hapert, machen die Karlsruher kein Geheimnis daraus, dass sie händeringend einen treffsicheren Stürmer suchen. "Wir brauchen einen Offensivspieler, der den Ball auch mal ins Tor haut", meinte Becker, der allerdings auch weiß, dass der KSC einen Torjäger selbst entwickeln muss: "Einen, der momentan trifft, bekommen wir nicht. Entweder können wir ihn nicht bezahlen oder er ist nicht zu haben."

Spekulationen über Rückkehr von Federico

Unter diese Kategorie fällt wohl auch BVB-Edelreservist Giovanni Federico, über dessen Rückkehr an die alte Wirkungsstätte aber dennoch immer wieder spekuliert wird. Noch mehr als Federico vermisst der KSC seinen Ex-Spielmacher Tamas Hajnal, der in der Form der vergangenen Wochen die größte Gefahr für seinen früheren Arbeitgeber darstellt.

Trotz der Vorzeichen zu Gunsten der Dortmunder, die mit einem Sieg den Sprung auf einen UEFA-Cup-Platz schaffen können, warnte Klopp seine Profis. "Die Karlsruher wollen in diesem Heimspiel ihre Situation dramatisch verbessern. Die Mannschaft verfügt über Qualität und sie wird vom Publikum nach vorne gepeitscht", sagte der Coach, der auf Nelson Valdez (Muskelfaserriss), Diego Klimowicz (Grippe) und Robert Kovac (gesperrt) verzichten muss.