2008.11.23 Neuss : Zukunft des Istaf steht in Frage

Das Istaf als letztes deutsches Weltklasse-Meeting der Leichtathletik ist nach der WM 2009 in Berlin in Gefahr. "Es gibt viele Fragezeichen", sagte Istaf-Chef Gerhard Janetzky.

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Die Zukunft des Istaf-Meetings ist ungewiss

Die Zukunft des Istaf als letztes deutsches Weltklasse-Meeting in der Leichtathletik ist nach der WM 2009 in Berlin ernsthaft gefährdet. "Es gibt extrem viele Fragezeichen. Wenn wir die Bedingungen des Weltverbandes IAAF für ein Verbleiben in der Golden League nicht akzeptieren können, wird es für dieses traditionsreiche Meeting keine Zukunft geben", erklärte Istaf-Chef Gerhard Janetzky am Sonntag vor der Ehrung der Welt-Leichtathleten in Monte Carlo.

Aus Sicht von Janetzky, der ein Drittel der Anteile an der Istaf-Träger-Gesellschaft LVG hält (zwei Drittel besitzt sein Partner Werner Gegenbauer), sind drei Punkte ganz entscheidend: "Wir brauchen einen vernünftigen Fernsehvertrag mit ARD und ZDF, die 2003 noch 12 Stunden Leichtathletik pro Jahr übertrugen und zuletzt nur noch zwei."

Ferner müsse der Istaf-Vertrag mit dem Hauptsponsor DKB entweder weiterlaufen oder es müsse einen adäquaten Nachfolger geben. Drittens sei es entscheidend für einen Verbleib in der Golden League, wieviel Geld das Istaf von der IAAF für die Abtretung seiner Rechte an den Weltverband erhalte.

Aufstockung der Golden League

Die Leichtathletik-Königsklasse Golden League soll ab 2010 zwölf statt bisher sechs Meetings umfassen. Das beschloss das Council des Weltverbandes IAAF in Monte Carlo. Acht Veranstaltungen sollen in Europa stattfinden, vier in Übersee.

Die Entscheidung über das künftige Format soll bei der nächsten Councilsitzung vom 21. bis 23. März 2009 in Berlin fallen, das im August Schauplatz der nächsten Freiluft-WM ist. Die Pläne sind stark abhängig vom Engagement dreier möglicher Investoren. Laut IAAF-Council-Mitglied Helmut Digel müssen diese ein Startkapital von 30 Millionen Euro sichern.