2008.11.28 Neuss : Poleska genießt die neue Freizeit

Nach ihrem endgültigen Rücktritt schmiedet Schwimmerin Anne Poleska Zukunftspläne. "Ich bin frohen Mutes", blickt die Olympia-Dritte nach vorne. Nächstes Ziel ist ein Marathon.

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Abtauchen ist nicht Anne Poleskas Ding

Es fällt gleich auf, dass bei Anne Poleska etwas anders ist. Es sind die Haare. Die lange Mähne ist einer modischen Kurzhaarfrisur gewichen. Poleska hat sozusagen einen Schnitt gemacht. Das kann man wortwörtlich sehen, aber auch symbolisch betrachten, denn die Olympia-Dritte von 2004 und Vizeweltmeisterin von 2005 hat sich mit 28 Jahren endgültig für das Ende ihrer aktiven Schwimmkarriere entschieden.

"Ich war seit Olympia in Peking nur zweimal im Wasser. Ich fühle mich aber nicht unwohl - eher umgekehrt", erklärte Poleska als Zuschauerin am Rande der deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Essen. Wenn man die hübsche Blondine entspannt und lachend auf der Tribüne statt im Wasser sieht, kann man ihr das glauben.

Marathon als nächstes Ziel

Poleska genießt nach eigenen Aussagen die gewonnene Freizeit. Und sie hat auch schon neue Pläne. "Laufen macht mir zurzeit viel Spaß. Ich habe mir vorgenommen, im nächsten Jahr Ende Mai in Stockholm einen Marathon zu laufen", erläutert sie ihre nächsten Schritte außerhalb des Schwimmbeckens.

Der endgültige Rücktritt von Poleska kommt nicht überraschend. Zwar hatte sie sich nach Platz zehn in Peking über 200m Brust noch ein Hintertürchen offengelassen ("Ich bin durch und durch Fisch, vielleicht komme ich ja doch nochmal zurück"), doch letztlich hat die ehemalige Aktivensprecherin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) nicht mehr daran geglaubt, noch einmal den Anschluss an die absolute Weltspitze zu schaffen.

"Ich habe vor Olympia unglaublich hart trainiert und diszipliniert gelebt, und trotzdem hat es nicht gereicht", hatte Poleska bereits unmittelbar nach Peking die Situation realistisch eingeschätzt und den Rücktritt angedeutet: "Ich habe nicht mehr den Drang, mich zu beweisen."

"Quälen ohne Spaß geht bei mir nicht"

Ein weiterer Grund für ihr Karriereende ist die schwere Erkrankung ihres Trainers Michael Lohberg, bei dem kurz vor den Spielen eine lebensbedrohliche Blutkrankheit diagnostiziert worden war. Poleska hätte sich eine andere Trainingsgruppe suchen müssen. "Ich weiß nicht, ob ich dann noch Spaß hätte. Und Quälen ohne Spaß geht bei mir nicht", meinte Poleska, die in Florida trainiert hat.

Nach zwölf Jahren in der internationalen Spitze ist der fünfmaligen Kurzbahn-Europameisterin und 14-maligen nationalen Titelträgerin vor dem Schritt ins "normale" Leben aber nicht bange. "Ich plane jetzt auch meine berufliche Zukunft", meinte Poleska: "Es geht weiter, und ich bin frohen Mutes."