2008.12.04 Neuss : Brand stapelt vor WM 2009 tief

"Wir sind mit unserer neuen Mannschaft wahrlich kein Favorit", sagt Bundestrainer Heiner Brand vor der WM 2009 in Kroatien. Man werde sich aber nicht kampflos geschlagen geben.

jt
Nachdenklich: Heiner Brand

Handball-Bundestrainer Heiner Brand bemüht sich um eine realistische Erwartungshaltung auf dem Weg zur WM 2009 in Kroatien. "Wir sind mit unserer neuen Mannschaft, die auch schon im Hinblick auf Olympia 2012 zusammengestellt ist, wahrlich kein Favorit", sagte der Coach des Weltmeister-Teams von 2007, aus dem nur noch wenige Spieler dabei sind. Man werde sich aber in Kroatien nicht kampflos geschlagen geben und auch kein Minimalziel verfolgen. "Wir schauen von Spiel zu Spiel, alles andere sehen wir dann", sagte Brand im Gespräch mit dem kicker.

Neuanfang als Herausforderung

Auf einem Pressetermin am Donnerstag in Hamburg erklärte der Bundestrainer: "Meine WM-Favoriten sind Gastgeber Kroatien, Dänemark, Polen, Spanien und die Franzosen, die über allen stehen. Ich hoffe, dass auch wir am Ende zu denen gehören werden, die vorne mit dabei sind." Man müsse jedoch abwarten, wie sich die Mannschaft nach dem enttäuschenden Abschneiden bei den Olympischen Spielen in Peking und dem anschließenden Umbruch entwickele.

Trotz der bisweilen schwierigen aktuellen Situation hat Brand seine Vertragsverlängerung bis 2013 noch nicht bereut. "Und ich gehe auch nicht davon aus, dass ich mir darüber noch Gedanken machen werde", sagte er dem kicker. Der Neuanfang nach Olympia sei eine neue Herausforderung, die ihm "richtig Spaß" mache: "Wenn ich keinen langfristigen Vertrag gewollt hätte, hätte ich nach der WM 2007 aufhören müssen."

Der WM-Titel 2007 habe den Handball in Deutschland in jedem Fall enorm vorangebracht. "Die Liga verzeichnet immer neue Zuschauerrekorde, das Medieninteresse am Handball ist ungebrochen", sagte Brand: "Dass es in der Bundesliga finanzielle Schieflagen bei einigen Klubs gibt, hat andere Gründe."

Zudem habe der Deutsche Handball-Bund so viele Mitglieder wie nie zuvor, vor allem Kinder und Jugendliche seien massenhaft in Vereine eingetreten. "Aber der Handball muss natürlich kämpfen, um diesen Status zu halten und, wenn möglich, auszubauen", sagte der Bundestrainer dem kicker.