2008.12.04 Neuss : Olic und Petric schießen HSV in Prag zum Sieg

Der HSV kann sich auf seine kroatischen Angreifer verlassen. Beim 2:0-Sieg bei Slavia Prag schossen Ivica Olic und Mladen Petric die Hamburger in die K.o.-Runde des UEFA-Cups.

phi
Hamburgs Guy Demel (l.) im Spiel gegen Slavia Prag

Mit kühlem Kopf und Torgarant Ivica Olic ist der Hamburger SV in die lukrative K.o.-Runde des UEFA-Cups eingezogen. Die Hanseaten gewannen das wichtige dritte Spiel in der Gruppe F bei Slavia Prag verdient mit 2:0 (1:0). Entscheidender Mann war mitten in seinem Vertragspoker wieder einmal Olic, der in der 30. Minute das Führungstor erzielte. Mladen Petric verwandelte in der dritten Minute der Nachspielzeit einen Foulelfmeter zum Endstand. Prags Torhüter Martin Vaniak sah für sein Foul im Strafraum an David Jarolim von Schiedsrichter Selcuk Dereli (Türkei) die Rote Karte. Zum Abschluss trifft der HSV zu Hause auf Aston Villa, das wie die Hamburger und Ajax Amsterdam mit sechs Punkten auf dem Konto bereits qualifiziert ist.

Der 29-Jährige Olic nutzte gedankenschnell eine Mischung aus Zuspiel und Torschuss seines Landsmanns Petric, entwischte seinem Bewacher und ließ Torwart Vaniak keine Chance. Er traf damit im dritten Spiel in Folge. Über seine Vertragsverlängerung will er noch vor Weihnachten entscheiden. Neben dem Angebot des HSV soll er auch einen unterschriftsreifen Vertrag des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin vorliegen haben. Olic fordert angeblich drei Millionen Euro im Jahr.

Ein besonderer Triumph war der Erfolg auch für HSV-Kapitän Jarolim. Der 29-Jährige setzte sich im Familienduell gegen seinen Vater Karel durch, der den tschechischen Meister trainiert, Davids Cousin Marek Jarolim lief für Slavia im Mittelfeld auf. Karel Jarolim musste wegen lautstarken Reklamierens nach dem Tor von Olic auf der Tribüne Platz nehmen.

Die Taktik von Trainer Martin Jol war im gefürchteten "Hexenkessel" des Stadions Eden vollkommen aufgegangen. Der Niederländer hatte die Defensive verstärkt und Nationalspieler Piotr Trochowski sowie Angreifer Paulo Guerrero zunächst auf die Bank gesetzt. Dafür erhielt Marcell Jansen wieder eine Bewährungschance im linken Mittelfeld, Collin Benjamin spielte neben Alex Silva defensiv vor der Abwehr.

Knapp 19.000 Zuschauer sorgten schon vor Beginn für echte Europapokal-Atmosphäre, die etwa 2000 Hamburger verzögerten durch das Abbrennen von Rauchkerzen den Anstoß um einige Minuten. Auf dem Platz war die Spannung ebenfalls zu spüren. Die Spieler lieferten sich zahlreiche Zweikämpfe, ein klarer Spielaufbau war nur selten möglich.

Die Hamburger ließen dabei mit ihrer disziplinierten Abwehrarbeit lange Zeit keine Torchance für die Gastgeber zu. Auf der anderen Seite hatte Jansen mit einem Kopfball ans Außennetz bereits in der 7. Minute eine gute Gelegenheit. Erst in der 39. Minute musste HSV-Keeper Frank Rost erstmals eingreifen, als er einen Fernschuss von David Hubacek erstklassig parierte.

Slavia verstärkte nach dem Wechsel seine Angriffsbemühungen durch die Einwechslung des tschechischen Altstars Vladimir Smicer, der in der 57. im Strafraum mit Rost zusammenprallte und sich dabei eine blutende Lippe zuzog. Großen Druck aber konnte der tschechische Meister weiterhin gegen die insgesamt gut abgestimmte HSV-Abwehr nicht aufbauen. Allerdings sorgten die Hanseaten nur noch für wenig Entlastung, die wenigen Kontersituationen wurden nicht konsequent genug ausgespielt.