2008.12.05 Neuss : Formel 1 in Zukunft ohne Honda

Aufgrund der Wirtschaftskrise hat Honda den sofortigen Ausstieg aus der Formel 1 beschlossen. Damit gehen 2009 in der Königsklasse nur noch neun statt zehn Teams an den Start.

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Honda steigt aus Formel 1 aus

Der japanische Automobilkonzern Honda steigt mit sofortiger Wirkung aus der Formel 1 aus. "Honda ist zu dem Entschluss gekommen, dass wir uns aus allen Formel-1-Aktivitäten zurückziehen werden und damit 2008 das letzte Jahr unserer Teilnahme war", erklärte Honda-Präsident Takeo Fukui am Freitag auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Tokio. Als Grund für den Rückzug nannten die Japaner die weltweite Wirtschaftskrise.

Der Hersteller erklärte, dass er auch keine Motoren an andere Teams liefern werde. Honda will das eigenständige Rennteam sowie die ebenfalls selbstständige Motorenabteilung nun kurzfristig zum Verkauf anbieten. Falls sich kein Käufer für das Rennteam findet, würden in der Saison 2009 in der Königsklasse nur noch neun statt zuletzt zehn Teams an den Start gehen. Im Mai dieses Jahres hatte sich bereits das von Honda mit Motoren belieferte Super-Aguri-Team wegen finanzieller Probleme zurückgezogen.

"Diese schwierige Entscheidung wurde vor dem Hintergrund des sich weltweit rapide verschlechternden Betriebsumfeldes der Automobilindustrie getroffen", erklärte Fukui emotional sehr berührt: "Honda muss sein Hauptgeschäftsfeld schützen und langfristig sichern - angesichts der wachsenden großflächigen Unsicherheiten in der Weltwirtschaft." Das Honda-Budget für die Formel 1 soll zuletzt geschätze 390 Millionen Euro betragen haben. In den letzten Jahren hatte der Rennstall keinen externen Hauptsponsor.

Honda war von 1964 bis 1968 sowie von 2006 bis 2008 als eigenständiges Team in der Formel 1 angetreten und hatte in 88 Rennen drei Siege geholt. Als Motorenlieferant war Honda deutlich erfolgreicher: Von 1983 bis 1992 feierten die Japaner mit Williams, Lotus und McLaren 69 GP-Siege und sechs Konstrukteurstitel. Von 2000 bis 2005 rüstete man das BAR-Team aus, das man danach komplett übernahm.

Damit steht der Brite Jenson Button, der in Budapest 2006 den letzten Honda-Sieg holte, nach neun Jahren in der Formel 1 (154 Rennen, ein Sieg) ohne Cockpit für 2009 da. Auch der erhoffte Einstieg des Brasilianers Bruno Senna, Neffe des dreimaligen Weltmeisters Ayrton Senna, droht nun zu platzen. Freie Plätze hat derzeit nur noch das Toro-Rosso-Team zu bieten, das seine Fahrer für das nächste Jahr noch nicht benannt hat.