2008.12.07 Neuss : Auch Porsche zieht sich aus der ALMS zurück

Nach Audi steigt auch Porsche aus der renommierten American Le Mans Series (ALMS) aus. Der Stuttgarter Autobauer kritisiert vor allem die stark angestiegenen Kosten.

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Sascha Maassen und Patrick Long im Porsche RS Spyder

Nach Audi verzichtet auch Porsche 2009 auf ein werksseitiges Engagement in der American Le Mans Series (ALMS). Das gaben die Stuttgarter bei ihrer traditionellen Jahresabschlussfeier am Samstagabend im Entwicklungszentrum in Weissach bekannt. Audi hatte als Reaktion auf die weltweite Wirtschaftskrise am Freitag den Rückzug aus der besten Sportwagenserie der Welt verkündet.

Wolfgang Dürheimer, Vorstand für Entwicklung, betonte allerdings, dass das ALMS-Programm nach drei erfolgreichen Jahren "planmäßig" beendet werde. Die Sportwagenschmiede aus Zuffenhausen hatte mit dem RS Spyder 11 Gesamt- und 24 Klassensiege erzielt. Zudem hatte Porsche 2006, 2007 und 2008 die Titel in der Fahrer- und Herstellerwertung der LMP2-Kategorie gewonnen. Im Gegensatz zu den Aussteigern Porsche und Audi, die in den letzten Jahren die Serie dominiert hatten, kehrt BMW im kommenden Jahr mit dem neuen M3 in die ALMS zurück.

Kritik an zu teuren Fahrzeugen

Kritisch betrachtete Dürheimer die Kostenexplosion im GT-Sport. Er appellierte an die Verantwortlichen des Automobil-Weltverbandes FIA, vor allem die GT3-Klasse für seriennahe Sportwagen bezahlbar zu halten. "Der Preis für ein konkurrenzfähiges Fahrzeug hat sich innerhalb von zwei Jahren nahezu verdoppelt. Bei den Kosten und der Performance bewegt sich die FIA-GT3-Klasse viel zu schnell in die vollkommen falsche Richtung", meinte Dürheimer.

Porsche will dagegen im nächsten Jahr seine Rolle als Motorenlieferant in der amerikanischen Grand-Am-Serie intensivieren. Neben dem Brumos-Team, das bereits 2008 zwei Daytona-Prototypen eingesetzt hat, wird 2009 auch das renommierte US-Team Penske Motorsports mit dem offenen Prototyp, der von einem Sechszylinder-Boxermotor aus dem Porsche 911 angetrieben wird, an den Start gehen.

Der Sportwagen, der beim berühmten 24-Stunden-Rennen in Daytona/Florida am 24./25.Janaur 2009 sein Renndebüt feiert, wird von den Porsche-Werksfahrern Timo Bernhard (Dittweiler) und Romain Dumas (Frankreich) pilotiert.