2008.12.07 Neuss : "Super-Seb" krönt Weltmeister-Saison in Wales

Bei der RAC-Rallye in Großbritannien hat Weltmeister Sebastien Loeb den elften Saisonsieg in 15 Läufen gefeiert. Der Citroen-Pilot gewann zum ersten Mal in Wales.

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Weltmeister Sebastien Loeb in Aktion

Weltmeister Sebastien Loeb hat mit seinem ersten Sieg bei der RAC-Rallye in Großbritannien das i-Tüpfelchen auf seine historische Saison gesetzt und einen weiteren Rekord aufgestellt. Der Erfolg beim letzten Klassiker, der dem Franzosen noch in seiner Sammlung gefehlt hatte, war der 11. Saisonsieg in 15 Läufen, womit er seinen eigenen Weltrekord aus dem Jahr 2005 verbesserte. Zudem verhalf Loeb auch seinem Citroen-Team zum vierten Markentitel nach 2003, 2004 und 2005.

Seine fünfte Fahrerkrone hatte Loeb schon mit Platz drei beim vorletzten Saisonlauf in Japan vorzeitig gesichert. Bis dahin hatte er sich den Titel Rekordweltmeister noch mit den beiden Finnen Juha Kankkunen und Tommi Mäkinen teilen müssen, die jeweils viermal Champions waren.

Loeb weist Latvala mit Kraftakt in die Schranken

Den Sieg in Wales, Nummer 47 in seiner einzigartigen Karriere, machte Loeb nach hartem Kampf mit dem Finnen Jari-Matta Latvala im Ford erst auf den letzten Metern klar. "Super-Seb" war mit 7,3 Sekunden Rückstand auf Latvala in den Schlusstag mit vier Wertungsprüfungen gegangen. Ohne eine Zehn-Sekunden-Strafe wegen eines Frühstarts in der vorletzten Sonderprüfung hätte er schon da die Führung übernommen. Das erledigte Loeb dann auf den letzten 20,09 Kilometern der Rallye, auf denen er aus 2,2 Sekunden Rückstand noch 2,7 Sekunden Vorsprung machte. Dass die Zeitstrafe nachträglich wegen eines Fehlers in der Zeitmessung zurückgenommen wurde, spielte so keine Rolle mehr.

"Diese Rallye war sehr schwierig. Spaß gemacht hat es nicht, aber heute hatte ich einen großartigen Kampf mit Jari-Matti und es ist unglaublich, dass ich am Ende noch gewonnen habe", sagte Loeb.

Platz drei ging an Loebs spanischen Teamkollegen Dani Sordo (1:10,6 Minuten zurück). Vize-Weltmeister Mikko Hirvonen hatte schon am ersten Tag mit einem Überschlag viel Zeit verloren und die letzten Ford-Hoffnungen auf den dritten Markentitel in Folge platzen lassen. Am Ende kam der Finne auf Rang acht (5:28,8).

Valentino Rossi fährt auf Rang zwölf

Eine Klasse-Vorstellung zeigte auf ungewohntem Terrain Italiens Motorradstar Valentino Rossi. Der achtmalige Weltmeister belegte in einem Ford des privaten Stobart-Teams einen beachtlichen zwölften Platz (13:10,4). "Ich bin so glücklich. Es ist aufregend, hier im Ziel zu sein. Unter diesen Bedingungen ist es für mich großartig, ohne größere Fehler durchgekommen zu sein", meinte Rossi.

Für den "Dottore" war es der dritte Gastauftritt in der Rallye-WM, auf den er sich mit einem Start bei der nationalen Monza-Rallye akribisch vorbereitet hatte. "Es wäre interessant zu sehen, was er erreichen könnte, wenn er die komplette WM fahren würde", sagte sein Manager Davide Brivio. Zuletzt hatte Multitalent Rossi auch bei Formel-1-Testfahrten im Ferrari erneut beeindruckt.