2008.12.07 Neuss : TBV Lemgo ist jetzt erster Kiel-Verfolger

Der TBV Lemgo ist durch ein knappes 30:29 gegen Flensburg jetzt erster Verfolger von Tabellenführer Kiel. Martin Strobel erzielte den entscheidenden Treffer kurz vor Schluss.

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Lemgos Martin Strobel erzielt den entscheidenden Treffer gegen Flensburg

Jung-Nationalspieler Martin Strobel hat den TBV Lemgo im Handball-Krimi gegen die SG Flensburg-Handewitt zum Sieg geworfen und die Ostwestfalen zum ersten Verfolger von Meister THW Kiel in der Bundesliga gemacht. Mit dem 30:29 (15:14) im Topduell des 14. Spieltages rückten die Lemgoer mit 23:5 Punkten sogar bis auf zwei Zähler an den spielfreien Tabellenführer aus Kiel (25:1) heran, haben allerdings gleich vier Minuspunkte mehr auf dem Konto. Die Flensburger (19:7) stehen noch hinter dem bereits am Freitag erfolgreichen SC Magdeburg (21:7) weiter auf dem vierten Platz.

Strobel trifft für Lemgo kurz vor Schluss

38 Sekunden vor dem Ende warf Strobel vor 7800 Zuschauern im Gerry-Weber-Stadion den viel umjubelten Siegtreffer für die Gastgeber, die nach einem ständigen Auf und Ab im zweiten Durchgang zwei Minuten vor dem Ende noch mit 28:29 zurück gelegen hatten. Logi Geirsson war mit sieben Treffern bester Werfer für den TBV, der auch das Fehlen von Weltmeister Michael Kraus auf der Mittelposition durch Strobel wettmachen konnte. Bei den Gästen trafen Lars Christiansen (8/3) und der frühere Lemgoer Lasse Boesen (7) am Besten.

Im "Duell der Enttäuschten" setzte sich unterdessen der HSV Hamburg gegen die Rhein-Neckar Löwen locker durch und sorgte damit für eine weitere Stimmungsverschlechterung bei den Mannheimern. "Wir brauchen nicht mehr auf die Tabelle zu sehen", sagte Weltmeister-Torwart Henning Fritz nach der indiskutablen Leistung seiner Löwen beim 25:31 (9:16) beim HSV und fand für das Spiel kaum Worte: "So etwas habe ich auch noch nicht erlebt. Da ist guter Rat teuer."

Rhein-Neckar Löwen in Hamburg zu zahm

Der teure Rückraum war bei den Löwen am Samstag wieder mal praktisch nicht vorhanden, mit nun 14:12 Punkten steckt der ambitionierte Klub im Niemandsland der Tabelle fest. Manager Thorsten Storm, der seine Profis vor Wochen schon hart kritisiert hatte ("Puderzuckergeneration"), saß mit versteinerter Mine in der Color Line Arena und musste zugeben: "Das Spiel war bereits nach einer Viertelstunde durch."

Tatsächlich war der ebenfalls schwach in die Saison gestartete HSV vor 13.170 Zuschauern klar die bessere Mannschaft und hat mit 17:9 Punkten zumindest wieder Tuchfühlung zu den Champions-League-Plätzen. Der dänischen Europameister Hans Lindberg (8/7) war bester Werfer für die Gastgeber Stabilisierend wirkte auf die Mannschaft von Trainer Martin Schwalb auch die Rückkehr des lange verletzten Olympiasiegers Bertrand Gille.

FA Göppingen die Überraschungsmannschaft

Vor den Hamburgern liegen noch immer überraschend Altmeister FA Göppingen (19:9) nach einem 32:25 gegen die HSG Nordhorn (13:11) und der VfL Gummersbach (18:10), der allerdings beim TV Großwallstadt nicht über ein 34:34 hinauskam.

Im Tabellenkeller kam der TSV Dormagen (7:21) im Aufsteigerduell gegen den vor der Insolvenz geretteten Stralsunder HV (4:24) nicht über ein 23:23 (10:11) hinaus und bleibt auf dem Relegationsplatz. Die Füchse Berlin (16:12) bezwangen HBW Balingen-Weilstetten (8:22) mit 31:25 (11:14).