2008.12.09 Neuss : "Trostpflaster" UEFA-Pokal für wackere Werderaner

Nach einem 2:1 (0:0) gegen Inter Mailand zum Abschluss der Champions-League-Gruppenphase spielt Werder Bremen im kommenden Jahr im UEFA-Pokal weiter. Pizarro und Rosenberg trafen.

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Claudio Pizarro (r.) sichert Werder UEFA-Cup-Teilnahme

Kleines Happy End für Werder Bremen: Dank eines verdienten 2:1 (0:0)-Erfolges gegen Inter Mailand hat der deutsche Vizemeister doch noch den UEFA-Cup erreicht und darf im internationalen Geschäft überwintern. Durch den ersten Erfolg im sechsten Gruppenspiel zogen die Hanseaten doch noch an Außenseiter Anarthosis Famagusta vorbei und sicherten sich den dritten Platz.

Der peruanische Nationalspieler Claudio Pizarro sorgte für den umjubelten Führungstreffer, als er in der 63. Minute einen Fangfehler von Mailands-Torhüter Julio Cesar nutzte und den Ball aus kurzer Distanz über die Linie schob. Für die Entscheidung sorgte Markus Rosenberg (81.). Der Anschlusstreffer von Zlatan Ibrahimovic (88.) kam zu spät.

Vor 35.000 Zuschauern im fast ausverkauften Weserstadion verdienten sich die in der Bundesliga ins Mittelmaß abgerutschten Hanseaten diesen Sieg durch großen Einsatz, viel Laufbereitschaft und großen Kampfeswillen. Die favorisierten Gäste hingegen begannen äußerst pomadig und steigerten sich nur zögernd und waren nicht in der Lage nach dem Rückstand noch einmal das Blatt zu wenden.

Dass ausgerechnet Pizarro der Führungstreffer gelang, war kein Zufall. Der Südamerikaner war in seiner 75. Europacup-Partie praktisch der Alleinunterhalter im Offensivspiel der Norddeutschen, die neben dem gesperrten Mittelfeldregisseur Diego auch Innenverteidiger Naldo (Zehenverletzung) ersetzen mussten. Der angeschlagene Kapitän Frank Baumann, saß mit einer Wadenverletzung zunächst nur auf der Reservebank. Inter-Trainer Jose Mourinho hingegen verzichtete freiwillig auf den Portugiesen Luis Figo, Top-Stürmer Zlatan Ibrahimovic wurde erst zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselt.

Bei konsequenter Nutzung der allerdings wenigen Torgelegenheiten hätte sich der Bundesliga-Zehnte das lange Zittern ersparen können. Schon in der 44. Minute scheiterte Pizarro mit einem Kopfball aus kurzer Distanz, vier Minuten nach Wiederbeginn schoss der frühere Münchner erneut nur knapp am italienischen Gehäuse vorbei. Fünf Minuten vor seinem Treffer fand er in Julio Cesar seinen Meister. Dem hatte der italienische Meister, bereits sicher für das Achtelfinale qualifiziert, nur wenig entgegen zu setzen.

In der 19. Minute rettete Werder-Torwart Tim Wiese vor Mailands Adriano, in der 55. Minute musste Außenverteidiger Clemens Fritz auf der Linie einen Kopfball von Nicolas Burdisso abwehren. Lediglich kurz nach dem Bremer Treffer kam der Tabellenführer der Serie A etwas stärker auf, doch in der Schlussphase waren die Norddeutschen, die im sechsten Champions-League-Spiel ihren ersten Sieg feierten, einem zweiten Tor näher als die Lombarden dem Ausgleichstreffer. So machte schließlich auch Rosenberg alles klar.

Für Mailand-Coach Jose Mourinho erwies sich das Weserstadion erneut als schwieriges Pflaster. Schon als Coach des FC Chelsea hatte er vor zwei Jahren an gleicher Stelle gegen den deutschen Vizemeister ebenfalls verloren. Die Bremer hingegen feierten auf internationaler Bühne gegen einen italienischen Klub schon den vierten Heimsieg hintereinander und konnten sich zumindest phasenweise für die zuletzt schwachen Leistungen im Bundesliga-Alltag rehabilitieren.